Sport : Pechstein gewinnt WM-Bronze in Sotschi

Die Berlinerin holt die 58. Medaille ihrer Karriere – Rivalin Beckert geht leer aus.

Foto: Reuters
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Sotschi - Es war ein Kuss mit Symbolcharakter. In der Phase ihrer Doping-Sperre hatte sich Pechstein noch erbitterte Wortduelle mit Jan Dijkema geliefert. Nun nahm der ISU-Vizepräsident die Berlinerin bei der Siegerehrung in die Arme und küsste sie. So herzlich hatte der höchste Eisschnelllauf-Funktionär der Welt die Siegerin Ireen Wüst aus seinem Heimatland Niederlande zuvor nicht umarmt.

„Ob jemand geküsst wird oder nicht, muss jeder selbst entscheiden“, sagte Pechstein strahlend, nachdem ihr zum Auftakt der Weltmeisterschaften in Sotschi mit Bronze über 3000 Meter ein kleines sportliches Wunder gelungen war. Dank einer starken Schlussrunde holte die 41-Jährige ihre 58. Medaille bei Olympia, Welt- und Europameisterschaften. Schon auf der Ziellinie brach der Jubel aus ihr heraus. Ihre ersten Gedanken galten aber den bei einem Hubschrauberunglück in Berlin verunglückten Kollegen der Bundespolizei. „Ich wollte hier mit einem schwarzen Tape laufen, aber die Regeln ließen das nicht zu“, sagte die Bundespolizistin.

Danach gab sie zu, an die erste WM-Medaille seit acht Jahren selber nicht geglaubt zu haben. Der von ihr ausgelöste Streit mit Stephanie Beckert schien so etwas wie ein Ansporn für das WM-Rennen zu sein, in dem sie die Niederländerin Diane Valkenburg noch niederrang. „Ich habe mich erinnert, wie ich sie in Erfurt geschlagen habe. Und ich habe auch den Mut nicht verloren, als ich schon weit zurücklag“, sagte Pechstein.

Dagegen verpasste ihre Rivalin Beckert die angestrebte dritte Medaille in Serie und wurde Siebte. Die Erfurterin wiederholte, dass ihr die öffentlichen Attacken von Pechstein mental sehr geschadet hätten: „Dies alles ist schwer abzuschütteln.“ Die 24 Jahre alte Bente Kraus aus Berlin kam in ihrem zweiten WM-Rennen auf einen starken achten Platz. dpa

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