Sport : Pechstein kann heute zum Rekord laufen

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Turin - Claudia Pechstein könnte heute Olympia-Geschichte schreiben, doch die Berlinerin geht gesundheitlich angeschlagen in das letzte Eisschnelllauf-Rennen von Turin. „Ich bin nicht Hundertprozentig fit, aber ich werde 100 Prozent geben“, kündigte die 34-Jährige mit kratziger Stimme an. „Ich hoffe nur, dass meine Beine nicht wieder blau werden wie über 3000 Meter“, sagte sie.

Über 5000 Meter könnte für sie eine historische Stunde schlagen, denn noch nie hat ein Athlet bei vier Winterspielen eine Goldmedaille in derselben Disziplin gewonnen. „Solche Spekulationen hasse ich“, sagte Deutschlands erfolgreichste Winter-Olympionikin und wies jeden Gedanken an ihre insgesamt sechste olympische Goldmedaille weit von sich. „Es wird ganz schwer, aber ich drücke ihr die Daumen“, sagte ihre Rivalin Anni Friesinger, die am Freitagmorgen „völlig platt“ vorzeitig aus Turin abreiste.

Riesig ist der Druck für Pechstein nicht, denn wie die Inzellerin hat sie Team-Gold in der Tasche, sie fährt also auch von ihren fünften Winterspielen mit einer Goldmedaille nach Hause. Dieser Triumph dürfte für sie Ausschlag gebend für die Fortsetzung ihrer Karriere sein, denn noch nie war die Nachfrage aus der Wirtschaft für ihre Vermarktung so groß wie derzeit. „Es ist nicht so, dass wir aus Bergen von Anfragen auswählen können. Aber am Hungertuch wird Claudia nie mehr nagen“, sagt ihr Manager Ralf Grengel, der die beiden Olympiasiegen 2002 vermarktet hat.

„Gold ist der Strategie nicht abträglich, aber Claudia wäre auch ohne einen Erfolg in Turin in ihrer Karriere nicht steil bergab gestürzt“, sagt Ralf Grengel. Im Sommer enden fast alle Werbeverträge von Claudia Pechstein. „Wir haben allen das Recht auf Erstverhandlung eingeräumt“, sagt Grengel. „Andererseits bietet sich jetzt die Chance auf etwas ganz Neues. Der Gedanke an das erste Profiteam in Deutschland gehört für mich nicht ins Reich der Fabel.“.

Im deutschen Verband allerdings ist Derartiges allerdings nicht geplant, was Grengel und Pechstein aber nicht irritiert. „Die im Verband haben schon so oft Dinge für unrealistisch gehalten und sich damit ins eigene Fleisch geschnitten“, meint Claudia Pechstein. dpa

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