Peking 2008 : Köhler schickt Olympia-Team nach China

Bundespräsident Horst Köhler hat das deutsche Olympia-Team verabschiedet und ihnen viel Glück gewünscht. Im Hinblick auf die Menschenrechtssituation in China gab es eine Aktion von ehemaligen Sportlern. Sie übergaben dem Deutschen Olympischen Sportbund T-Shirts mit der Aufshrift: "Freies China", "Freies Tibet" und "Sport für Menschenrechte".

Robert Semmler[dpa]

BerlinHorst Köhler verabschiedete die Sportler und wünschte ihnen im Garten des Berliner Schlosses Bellevue viel Glück. "Ganz Deutschland drückt Ihnen die Daumen, dass Sie erreichen, was Sie sich vorgenommen haben. Wir sind stolz auf unsere Teams", sagte Köhler am Samstag vor rund 45 der 440 nominierten deutschen Sportler. Das Staatsoberhaupt erhielt aus der deutschen Olympia-Kollektion eine weiße Trainingsjacke mit dem Schriftzug "Horst Köhler - Bundespräsident". Trotz Temperaturen um 30 Grad probierte Köhler die Jacke an und unterhielt sich angeregt mit den eingeladenen Sportlern, zu denen auch Teilnehmer der Paralympics zählten.

Ruder-Olympiasiegerin Katrin Boron, die in Peking ihre fünften Spiele erleben wird, betonte anhand der Einladung den Stellenwert, den der Sport in Politik und Gesellschaft habe. Sie versprach Köhler in ihrer Ansprache: "Sie können sicher sein, dass wir Menschlichkeit, Freundschaft, Teamgeist und Fairplay in die Welt tragen werden."

Köhler: Sport steht für Respekt, Fairness und Miteinander

Der Bundespräsident bezeichnete es als gut, dass der Sport politische Diskussionen befördert. "Sie als Sportler mögen ein wenig darunter gelitten haben, dass die Diskussionen über die Menschenrechtslage in China und Tibet die Gespräche über den Sport zeitweilig überlagert haben", sagte Köhler. Doch wer friedlich für seine politische Überzeugung auf die Straße gehe, lebe damit immer auch die Werte, die sich der Sport sich auf die Fahne geschrieben habe. Dies seien Respekt, Fairness und Miteinander.

Die Vereinten Nationen werden den Verlauf der Spiele nach den Worten des Sport-Sonderbeauftragten Willi Lemke genau beobachten. Lemke kündigte am Samstag in Berlin auf dem ersten Deutschen Olympischen Sport-Kongress an, er werde UN-Generalsekretär Ban Ki Moon berichten. Der langjährige Manager von Werder Bremen hofft auf "sehr gute, offene und natürlich auch perfekt organisierte Spiele". Die Kraft der Kommunikation werde nicht ohne Wirkung bleiben, sagte Lemke: "Deswegen war es richtig, die Spiele nach China zu geben - ebenso wie die Fußball-WM nach Südafrika. Das hat eine stabilisierende Wirkung." Es sei jedoch falsch, von den Sportlern politische Stellungnahmen zu verlangen. Dies sei auch die Meinung des UN-Generalsekretärs.

T-Shirts mit "Freies China", "Freies Tibet"

Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, nahm vor der Telekom-Repräsentanz in Berlin T-Shirts mit englischen Protest-Botschaften entgegen, die der frühere DDR-Radsportler Uwe Trömer im Namen einer Gruppe ehemaliger Spitzenathleten und Olympia-Teilnehmer übergab. Zur Gruppe gehören die frühere DDR-Sprinterin Ines Geipel und Olympiasieger Dieter Baumann. Die T-Shirts sollen im Deutschen Haus zum Tragen angeboten werden. Zu den Aufschriften gehören "Freies China", "Freies Tibet" und "Sport für Menschenrechte".

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