Peking 2008 : Streit um gesamtkoreanisches Olympia-Team

Nord- und Südkorea wollen bei den Sommerspielen 2008 in Peking mit einem gemeinsamen Team antreten - jedenfalls prinzipiell. Nun gibt es aber Streit um den Qualifizierungsmodus.

Seoul - Der Streit zwischen den Nationalen Olympischen Komitees (NOK) von Nord- und Südkorea über die Bildung eines gemeinsamen Teams für die Olympischen Spiele 2008 hat sich verschärft. Das nordkoreanische NOK warf Südkorea vor, durch "irrationale Sturheit" eine gesamtkoreanische Mannschaft in Peking zu verhindern. Es sei unvernünftig, dass der Süden weiter auf seiner Forderung bestehe, die Athleten auf der Basis der erbrachten Leistungen auszuwählen, wurde ein NOK-Sprecher von der offiziellen Nachrichtenagentur KCNA zitiert. Dagegen sei Nordkoreas Vorschlag für eine gleiche Repräsentation beider Länder "vernünftig und realistisch".

Er warf dem NOK Südkoreas "mangelnden Willen" zur Bildung eines Einheitsteams vor. Die Frage der gemeinsamen Teilnahme an den Spielen in Peking bleibe daher ungelöst. Der Sprecher bekräftigte, dass Nordkorea "an seiner prinzipiellen Haltung festhalte, dass Nord und Süd ein gemeinsames Team mit gleichen Rechten und Qualifikationen bilden sollte".

Einigung auf gemeinsames Team Ende 2005

Beide Seiten hatten sich bereits im November 2005 prinzipiell darauf geeinigt, zum ersten Mal mit einem gemeinsamen Team bei Olympischen Spielen anzutreten. Eine weitere Verhandlungsrunde war jedoch im Februar ohne Einigung vertagt worden.

Der Sprecher des südkoreanischen NOK äußerte sich nach Berichten der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap trotz der Vorwürfe optimistisch, noch eine Einigung erzielen zu können. "Weil wir bereits ein Abkommen über die Auswahl der Athleten für die individuellen Wettkämpfe getroffen haben, glauben wir, dass wir auch bei der Aufstellung der Athleten für die Mannschaftswettbewerbe erfolgreich sein werden", wurde Baek Sung Il zitiert.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, hatte beiden koreanischen Staaten die volle Unterstützung des IOC für ein gemeinsames Olympia-Team in Peking zugesagt. Es wäre das erste Mal seit der Teilung der koreanischen Halbinsel vor mehr als einem halben Jahrhundert, dass beide Staaten mit einer gemeinsamen Mannschaft bei Olympia antreten. (tso/dpa)

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