Peking : Olympia-Vorbereitungen laufen "nach Plan"

Der Countdown für die Olympischen Spiele in Peking läuft: Anfang August 2008 ist es soweit. Das Organisationskomiteee zog heute eine Zwischenbilanz zum Stand der Vorbereitungen.

Andreas Landwehr[dpa]
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Noch herrscht Ruhe vor dem ''Olympiasturm''. -Foto: dpa

PekingEin Jahr vor den Olympischen Spielen 2008 in Peking laufen alle Vorbereitungen "reibungslos und planmäßig". Etwaige Sorgen über die starke Luftverschmutzung in Chinas Hauptstadt oder die Sicherheit der Nahrungsmittel wies das Organisationskomitee BOCOG heute auf einer Pressekonferenz zurück. In einer unerwarteten Kehrtwende nahmen die Organisatoren aber kurzfristig Abstand von ihrem Plan, von diesem Dienstag an eine Million Autos von den Straßen der Stadt zu verbannen. Der Jahrestag, an dem der Countdown bis zu den ersten Sommerspielen in China vom 8. bis 24. August 2008 beginnt, wird am Mittwoch mit einer großen Feier begangen.

Es gebe "noch viel Arbeit", hob Hein Verbruggen, der Chef der Koordinierungskommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), in einer Stellungnahme hervor. Er war voll des Lobes: "Wo nur noch ein Jahr bleibt, sind wir in einer sehr positiven Situation und zuversichtlich über die Fähigkeiten von BOCOG, hochqualitative Spiele zu liefern." Zu Berichten, dass China die Sportsupermacht USA übertrumpfen will, sagte BOCOG-Vizechef Jiang Xiaoyu, China sehe sich "in einer führenden Position in der zweiten Gruppe". In Athen standen die USA mit 35 Goldmedaillen auf Platz eins des Medaillenspiegels, während China mit 32 vor Russland mit 27 auf Platz zwei folgte.

Plan für Fahrverbot wird noch studiert

Warum die Autos uneingeschränkt weiterrollen dürfen, blieb unklar. Ursprünglich sollte mit den ersten Testveranstaltungen diese Woche rund einem Drittel aller Autos für zwei Wochen ein Fahrverbot erteilt werden, um die Luftverschmutzung und die Staus zu mildern. Auf Fragen sagte der BOCOG-Vizevorsitzende Wang Wei aber überraschend: "Wir studieren diesen Plan noch." Ein Behördensprecher deutete nur an, dass das Vorhaben wohl nicht allzu lange vertagt werde. Der BOCOG-Vize betonte, der Autoverzicht solle ohnehin "auf freiwilliger Basis" bewirkt werden. Beim Afrika-Gipfel im November waren durch Beschränkungen für Behörden, Unternehmen und Militär zunächst mehrere hunderttausend Autos von den Straßen verbannt worden.

Zu den jüngsten Skandalen in China über die Sicherheit der Nahrungsmittel sagte Wang Wei, die Kontrolle werde verschärft, "um das Risiko so weit wie möglich zu verringern". Die Prüfer werden nach seinen Worten weiter ausgebildet und die Testausrüstung noch verbessert. Über das globale Positionssystem (GPS) und spezielle Codes sollen Nahrungsmittelcontainer von Produktion über Transport bis zum Verzehr verfolgt werden können. "Wir sind zuversichtlich, dass wir die Nahrungsmittelsicherheit in Peking gewährleisten können", sagte Wang Wei. Es habe schon viele andere große Veranstaltungen in Peking gegeben, ohne dass es dabei Probleme mit der Sicherheit der Nahrungsmittel gegeben hätte.

Er lobte Verbesserungen in der Luftqualität in Peking, das als eine der Städte weltweit mit der schlimmsten Luftverschmutzung gilt. Im vergangenen Jahr haben die Tage mit guter Luftqualität schon 66 Prozent ausgemacht - gegenüber nur 17 Prozent noch im Jahr 2000. Alle Wettkampfstätten außer dem "Vogelnest" genannten Olympiastadion würden bis Jahresende fertig gestellt. Der Bau des Stadions verzögere sich wegen der Anforderungen der Eröffnungszeremonie bis Anfang 2008.

Beratertätigkeit von Steven Spielberg unsicher

Die Organisatoren hoffen weiter, dass ihnen dafür der US-Regisseur Steven Spielberg als künstlerischer Berater zur Verfügung stehen wird. "Wir heißen Spielberg willkommen, weiter die Vorbereitungen für die Eröffnungs- und Schlussfeier zu unterstützen und daran teilzunehmen", sagte der Vize-Vorsitzende Jiang Xiayu. Der Oscar-Preisträger hatte angedeutet, aus Protest gegen Chinas Rolle in der Flüchtlingstragödie in Darfur seine Mitwirkung eventuell aufzugeben.

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