Sport : Perfekt kombiniert

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Dann gab es sie doch noch. Kurz vor dem Ziel der nordischen Ski-Weltmeisterschaften haben auch die deutschen Langläufer ihre erste Medaille geholt: Bronze in der Männerstaffel. Es war eine kleine Versöhnung mit diesen Titelkämpfen von Oslo, die sonst aus deutscher Sicht eine oft im Schatten ackernde Spezies beherrscht hat. Die Kombinierer kämpften sich bei den zuschauerträchtigen Wettbewerben am Holmenkollen ins Rampenlicht. Mit sechs Medaillen (gestern noch die silberne im abschließenden Teamwettbewerb) kombinierten sie am Rande der Perfektion.

Während die Spezialisten im Langlaufen und im Springen entweder mit den äußeren Bedingungen (Wind, Ski) oder ihren eigenen Befindlichkeiten (Krankheit) haderten, überzeugte das Vielseitigkeitsteam ohne großes Gewese abseits des Schnees auf der Schanze und in der Loipe; in aller Ruhe und Konzentration hatte man sich auf den Saisonhöhepunkt vorbereitet. Diese Strategie kam an. Bei Deutschlands Kombinierern, die sich mit ihren Resultaten sogar selbst überraschten – und beim Publikum, das nun ein paar neue Wintersportsternchen bejubeln kann.

So unvermittelt die Erfolge zustande kamen, so wichtig waren sie jedoch auch für dieses Genre. Denn der nordische Skisport drohte angesichts der anderen winterlichen Boomsportarten in Deutschland – Biathlon und Ski alpin – nach seiner Hochphase zu Beginn des Jahrtausends schon ein wenig ins Abseits zu rutschen. Die nordischen Kombinierer haben ihn zunächst davor bewahrt.

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