Sport : Perfektes Ergebnis

Das 2:2 bringt Schweden und Dänen weiter

Sven Goldmann[Porto]

Bösartiges war unterstellt worden. Die Italiener fürchteten, dass sich Dänemark und Schweden im Spiel gegeneinander ein passendes Resultat auskungeln würden, bei dem Italien ausscheidet. Das italienische Fernsehen plante sogar, 50 eigene Kameras im Stadion zu installieren, um im Detail nachzuweisen, ob es nicht mit rechten Dingen zugegangen war.

Am Ende gab es exakt jenes Ergebnis, bei dem Italien im Fernduell der Gruppe C absolut keine Chance mehr aufs Weiterkommen hatte. Dänemark und Schweden trennten sich 2:2 (1:0). Beide ziehen damit ins Viertelfinale ein, Italien ist ausgeschieden. Das Spiel in Porto war dann aber bei der forschen Vorgehensweise, den vielen verbissenen Zweikämpfen über allen Verdacht einer Ergebnis-Absprache erhaben. Auch wenn dem späten Ausgleichstreffer der Schweden durch Mattias Jonson ein kapitaler Fehler voranging vom dänischen Torwart Sörensen.

Schwedens gefürchtetes Sturmduo Henrik Larsson und Zlatan Ibrahimovic war in der ersten Hälfte nur einmal gefährlich zum Zuge gekommen, und zwar in einer Art Gemeinschaftsarbeit. Erst scheiterte Larsson an Dänemarks Torwart Sörensen, der Nachschuss von Ibrahimovic blieb in den Beinen von Abwehrspieler Henriksen hängen. Thomas Sörensen, Dänemarks Nummer eins, trocknete sich danach erst einmal in aller Gemütsruhe mit einem im Tornetz abgelegten weißen Handtuch das Gesicht ab.

Dänemark hatte bis zu dieser Szene in der 35. Minute in dem kampfbetonten Geschehen leichte Vorteile gehabt. Und deshalb verdient 1:0 geführt. Thomas Gravesens langen Pass hatte Ebbe Sand kurz abgelegt auf Jon Dahl Tomasson. Der 27-Jährige vom AC Mailand zirkelte den Ball aus 20 Meter mit viel Effet in den Torwinke. Es blieb nicht die einzige große Tat von Tomasson. Eine Unsicherheit in der Abwehr der Schweden nutzte der Mannn mit der Nummer 9 auf dem Trikotrücken, um seine Elf später wieder mit 2:1 in Führung zu bringen (66.) – sein drittes Tor im dritten EM-Spiel.

Die Offensivaktionen der Schweden wurden erst nach dem 0:1 zielstrebiger. Nach der Doppelchance durch Larsson und Ibrahimovic scheiterte kurz vor der Pause Olof Mellberg am Pfosten des dänischen Tores. Den Schweden ging der Schwung durch die Halbzeitpause nicht verloren. Kurz nach Wiederbeginn stürmte Henrik Larsson schon wieder in den gegnerischen Strafraum. Torwart Sörensen brachte den Stürmer zu Fall, Schiedsrichter Markus Merk aus Kaiserslautern zögerte nicht, pfiff Elfmeter. Larsson selbst trat an und verwandelte zum 1:1. Sein Schuss ging fast in die Mitte des Tores, Glück für ihn, dass sich Schlussmann Sörensen in die von ihm aus gesehen linke Ecke warf. Und auch den zweiten Rückstand machte Schweden sehr spät wett, eine Minute vor Schluss durch Jonson – unter unfreiwilliger Mithilfe von Sörensen. Ein Tor, das in Italien noch lange für Diskussionen sorgen wird. Vieleicht werden die Italiener aber auch bald erkennen, dass sie sich das Ausscheiden in den vorherigen Spielen selbst verursacht haben.

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