Sport : Pesic punktet

Albas Basketballer verlieren 76:80 in Köln – weil ihr ehemaliger Mitspieler trifft

Christiane Mitatselis[Köln]

Marco Pesic ballte die Faust und hüpfte über das Parkett, die 6400 Zuschauer in der Kölnarena tobten. Es waren noch 37 Sekunden im Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga zwischen RheinEnergie Köln und Alba Berlin zu spielen. Pesic hatte soeben einen Dreipunkte-Wurf zum 74:71 für Köln verwandelt, überhaupt hatte er ganz besonders intensiv gerackert und gekämpft im Spiel gegen die Mannschaft, für die er zuvor viele Jahre gespielt hatte. Mit Erfolg: RheinEnergie Köln siegte mit 80:76 (38:39) gegen den siebenmaligen Meister.

Während Köln auch im zehnten Heimspiel ungeschlagen blieb, kassierte Alba die erste Niederlage mit dem neuen Trainer Henrik Rödl, der vorher siebenmal triumphiert hatte. „Es war ein würdiges Spitzenspiel“, fand der Alba-Coach. „Wir hatten die Chance zu gewinnen.“ Den Unterschied hatten die Rebounds gemacht. Berlin holte nur 25, Köln dagegen 41.

Alba Berlin war sehr gut ins Spiel gestartet. Die Kölner kamen zunächst mit der variablen und aggressiven Verteidigung der Gäste überhaupt nicht zurecht. Zudem bekamen sie anfangs den starken Berliner Centerspieler Jovo Stanojevic nicht unter Kontrolle. 14 seiner insgesamt 23 Punkte machte er schon in der ersten Halbzeit. Für ihre harte Gangart kassierten die Berliner zwar viele Fouls, sie profitierten aber zunächst von der schlechten Freiwurfquote der Kölner, die in der ersten Halbzeit nur bei 61 Prozent lag. So führte Alba zwischenzeitlich mit elf Punkten. Da die Konzentration der Berliner aber nachließ und die Kölner besser ins Spiel fanden, stand es nach 20 Minuten 38:39. „Wir waren phasenweise zu nachlässig“, kritisierte Rödl.

Ähnlich verlief die zweite Halbzeit. Vor allen dank Stanojevic konnte Alba wieder mit elf Punkten in Führung gehen. Doch die Kölner, angetrieben von Pesic und Kapitän Sasa Obradovic, kamen heran. Mit einem Dreier brachte Pesic Köln in der 37. Minute 67:65 in Führung, in der knappen Schlussphase entschied neben Pesics zweitem Dreier die bessere Freiwurfverwertung der Kölner das Spiel. Gefragt, ob er damit gerechnet habe, dass Pesic derart aufdrehen würden, antworte Rödl nur knapp: „Ja“.

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