Sport : Peters, Sammer oder beide

Neue Varianten im Streit um DFB-Sportdirektor

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Berlin - Bernhard Peters hat am Mittwoch einen wichtigen Termin. Wenn in Frankfurt am Main das Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) tagt, um darüber zu entscheiden, ob Peters neuer Technischer Direktor des Verbandes wird, bereitet sich der Hockey-Bundestrainer mit seinen Nationalspielern auf die Weltmeisterschaft vor. Im WM- Stadion von Mönchengladbach wird Peters am Dienstag und Mittwoch einen zweitägigen Lehrgang abhalten, in dem es um das Einstudieren von Eckenvarianten geht. Möglicherweise wird der Lehrgang noch verschoben: Wenn es schneit, treffen sich die Nationalspieler nicht in Mönchengladbach, sondern in Leipzig. Davon, dass Peters kurzfristig nach Frankfurt reist, um sich dem DFB-Präsidium vorzustellen, ist bisher nichts bekannt.

Peters muss jedoch nicht fürchten, dass seine Interessen bei der Sitzung in Frankfurt nicht ausreichend vertreten werden. Bundestrainer Jürgen Klinsmann reist eigens aus den USA an, um für seinen Wunschkandidaten zu werben; ob er das Präsidium überzeugen kann, ist trotzdem fraglich. Vizepräsident Hans-Georg Moldenhauer bezweifelt sogar, dass am Mittwoch bereits eine Entscheidung fällt. „Es gibt jetzt keinen Handlungsbedarf“, sagte Moldenhauer am Freitag.

Mit Matthias Sammer gibt es einen Gegenkandidaten, außerdem hat DFB-Präsident Theo Zwanziger eine Doppelspitze ins Gespräch gebracht. Sammer wird von den Funktionären offensichtlich favorisiert. Als Fußballtrainer könnte er übergangsweise auch die Nationalmannschaft betreuen, wie es Zwanziger vorschwebt: „Das gehört zu meinem Wunschanforderungsprofil, und das habe ich noch nicht aufgegeben“, sagte er dem „Hamburger Abendblatt“. Klinsmann dürfte jedoch nicht begeistert davon sein, dass es eine Art Reserve-Bundestrainer gibt, den die Boulevardmedien bei jeder Krise gegen ihn in Stellung bringen. Aktuell sieht sich Klinsmann dem Vorwurf ausgesetzt, seinen Vorschlag nicht mit der Bundesliga abgestimmt zu haben. Werner Hackmann, Chef der Deutschen Fußball-Liga, wollte sich dazu gestern nicht mehr äußern: „Bis Mittwoch sage ich zu dieser Angelegenheit gar nichts.“ Zumindest Uli Hoeneß, als Manager des FC Bayern München einer der einflussreichsten Männer im deutschen Fußball, war von Klinsmann vorab informiert worden. „Er hat das nicht mit uns abzusprechen“, sagte Hoeneß. „Wir sind nicht sein Kontrollorgan.“ sth

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