Sport : Pezzoni kann bei Hertha bleiben

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Berlin - Im Trainingsspiel bei Hertha BSC zeigte Sandro Wagner den Mitspielern an, dass er anspielbar war. Der Ball kam, doch Kevin Pezzoni gab Wagner von hinten einen subtilen Schubser, gerade genug, damit der Stürmer den Ball nicht annehmen konnte und ihn verlor. Die große Kunst der kleinen Gemeinheiten, essenziell in jedem Zweitligazweikampf, beherrscht Pezzoni augenscheinlich.

Ansonsten ist er Eindruck, den der Testspieler in mittlerweile acht Trainingstagen und im Freundschaftskick mit Herthas U 23 gegen den Halleschen FC (2:2) hinterlassen hat, weder sonderlich schlecht noch herausragend gut. Schwer zu beurteilen, was der 23 Jahre alte Verteidiger wirklich zu leisten vermag, über 50 Tage nach seinem letzten Pflichtspiel.

Offiziell lässt sich Hertha noch Zeit bei der Frage, ob der vereinslose Profi verpflichtet wird. „Wir schauen von Tag zu Tag“, sagt Trainer Jos Luhukay und verweist darauf, dass 14 Tage Probezeit vereinbart waren. Bis Anfang nächster Woche wird sich die Entscheidung aber wohl nicht hinziehen. Hertha hat sich, so ist zu hören, bereits mit Pezzoni zusammengesetzt und eine Offerte unterbreitet, über die gesprochen wird. Es soll um einen Vertrag bis Saisonende gehen. Pezzoni selbst will und darf sich zur Zeit nicht äußern.

„Es ist noch keine Entscheidung gefallen“, sagt Manager Michael Preetz. „Wirtschaftlich sollte eine Verpflichtung darstellbar sein, da sich dem Spieler die Chance bietet, wieder Fuß zu fassen.“ Sprich: Pezzonis Vorstellungen dürften nicht zu hoch sein, nachdem er zuletzt mit dem 1. FC Köln seinen Vertrag nach Fanattacken im Streit aufgelöst hatte.

Eine Rolle spielt aber auch die Personalsituation im bestehenden Kader. Und die bessert sich. Marvin Knoll und Felix Bastians absolvierten bereits Teile des Mannschaftstrainings, das Spiel am Freitag in Bochum kommt aber nach ihren Verletzungen noch zu früh. Ronny könnte mit einer Grippe ausfallen, aber Roman Hubnik kam unverletzt, weil einsatzlos, von seinem Nationalteam zurück. Mit ihm will Luhukay am Donnerstag reden, aber dem zuletzt wackeligen Tschechen droht wohl die Bank. Es spreche derzeit „nichts gegen John Anthony Brooks“, sagte Luhukay. Was für Pezzoni spricht, wird noch zu sehen sein. Dominik Bardow

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