Sport : Pezzoni trainiert zur Probe mit

Hertha BSC reagiert auf die Not in der Abwehr.

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Foto: dapd
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Berlin - Roman Hubnik saß am Samstag nur auf der Tribüne, als seine Kollegen von Hertha BSC ein Jux-Spiel gegen eine Fan-Auswahl bestritten. Auch beim Training in dieser Woche wird der Tscheche nicht dabei sein. Doch das liegt nicht an der Oberschenkelverletzung, von der Hubnik zuletzt geplagt wurde; der angeschlagene Innenverteidiger weilt bei seiner Nationalmannschaft. Was er denn davon halte, wurde Jos Luhukay gefragt. „Wir haben darauf keinen Einfluss“, sagte Herthas Trainer. Begeisterung hört sich anders an. Der Berliner Fußball-Zweitligist muss in der Abwehr gerade einen ungewöhnlichen Engpass verwalten – und hat sich für den Fall gewappnet, dass sich die Lage weiter verschärft: Der vertragslose Innenverteidiger Kevin Pezzoni wird ab Dienstag bei Hertha mittrainieren.

„Wir wollen die Länderspielpause nutzen, um gemeinsam mit Kevin Pezzoni zu prüfen, inwieweit eine Zusammenarbeit beiden Seiten dienen könnte“, ließ Michael Preetz mitteilen. Nach dem Spiel gegen 1860 München am Freitag hatte Herthas Manager noch erklärt, man prüfe die Option, einen vertragslosen Profi zu verpflichten. „Aber einen Spieler zu holen, den wir sechs oder acht Wochen aufbauen müssen – das bringt nichts.“ Auf den 23 Jahre alten Pezzoni trifft das nicht zu.

Der Innenverteidiger hat beim 1. FC Köln die komplette Saisonvorbereitung mitgemacht und im August noch drei Spiele für den Klub bestritten (zwei in der Liga, eins im Pokal). Kurz vor Ende der Transferperiode wurde sein Vertrag aufgelöst, nachdem FC-Anhänger Pezzoni vor dessen Wohnung aufgelauert und ihn bedroht hatten. Danach hat sich der 1,93 Meter große Verteidiger bei seinem ehemaligen Klub Eintracht Frankfurt fit gehalten. „Ich freue mich darauf, bei Hertha BSC wieder auf sehr hohem Niveau unbelastet trainieren zu können“, ließ sich Pezzoni in einer Pressemitteilung von Hertha zitieren. „Wenn ich den Herthanern helfen könnte, würde ich dies sehr gern tun.“

Bei den Berlinern fällt Christoph Janker auf unbestimmte Zeit aus, Maik Franz bis zum Ende der Hinrunde und Felix Bastians noch mindestens zwei Wochen. Weil kurzfristig auch Hubnik passen musste, besetzte Luhukay die Innenverteidigung gegen 1860 München mit dem gelernten Mittelfeldspieler Fabian Lustenberger und dem 19 Jahre alten John Anthony Brooks. Trotzdem spielte Hertha zum dritten Mal hintereinander zu Hause zu null. „Unsere Abwehr hat eine enorme Stabilität gehabt“, sagte Luhukay. Hört sich nicht so an, als stünden die Chancen für Pezzoni besonders gut. Stefan Hermanns

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