Sport : Pfälzer Pleitiers

Lautern hofft auf die Politik und muss vielleicht Klose verkaufen

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Kaiserslautern. Kein noch so verrückter Häuslebauer in der Pfalz wäre unter diesen Voraussetzungen wohl in den nächsten Baumarkt gerannt und hätte Kelle und Schaufel gekauft, um zu buddeln. Beim 1. FC Kaiserslautern sah man die Sache nicht so tragisch. Munter begannen die Funktionäre mit dem 47 Millionen Euro teuren Ausbau der WM-Arena Fritz-Walter-Stadion, ohne rechtsgültige Kreditverträge mit den beteiligten Banken abgeschlossen zu haben. Vielmehr musste der Fußball-Bundesligist 4,8 Millionen Euro aus dem laufenden Haushalt abziehen, um den insolventen Bauriesen Philipp Holzmann mit ersten Zahlungen bei der Stange zu halten. Der Baukonzern Holzmann hatte schon mit dem Abzug seiner Arbeiter gedroht.

„Mit den 20 Millionen Eigenanteil hat sich der Verein schlicht übernommen“, sagte René C. Jäggi gestern. Der 53 Jahre alte Schweizer saß auf dem Podium und deckte die Finanzlage des Bundesligisten auf. Und die ist schlimm. Nur mit Mühe konnte er sich zurückhalten. Am liebsten hätte er wohl die Verantwortlichen für das Debakel beim n genannt, etwa den des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Jürgen Friedrich oder des gleichfalls zurückgetretenen Aufsichtsratschefs Robert Wieschemann. „Der Verein steht vor der Insolvenz, wenn nicht in zwei, drei Wochen die Kreditverträge mit den Banken unterschrieben werden", sagte Jäggi. 17,8 Millionen Euro an Verbindlichkeiten plagen den Klub. Nun soll ein Verkauf der Werbe- und Transferrechte von Nationalspieler Miroslav Klose die Rettung einleiten. Für die Rechte bekäme Kaiserslautern fünf Millionen Euro. Erst danach sind die Banken bereit, über Kreditverträge weiter zu verhandeln. „Wenn ich dem Verein helfen kann, tue ich das gerne“, sagte Klose. In seinem bis 2005 gültigen Vertrag ist die Summe von fünf Millionen Euro als Ausstiegsklausel festgesetzt.

„Wenn aus irgendwelchen Gründen die Kreditverträge nicht zustande kommen, müssten Privatleute sofort in die Schatulle greifen, sonst wäre der Verein nicht mehr zu retten“, sagte Jäggi. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck hat positive Signale aus der Staatskanzlei gesendet, die auf weitere Hilfen des Landes schließen lassen. Ansonsten sei, laut Jäggi, eine Sanierung aussichtslos.

Schon in der Winterpause ist mit dem Verkauf einzelner Profis zu rechnen. Jäggi und Herzog schlossen jedoch aus, dass Klose den Verein im Winter verlässt, etwa in Richtung Bayern München, Bayer Leverkusen oder AS Rom. „Es geht den Sponsoren, die die Rechte kaufen, vor allem um Klose als Identifikationsfigur in der Pfalz", sagt Herzog. Diese Sponsoren wollen, dass Klose wenn möglich auch über das Jahr 2005 hinaus in der Pfalz bleibt. Oliver Trust

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