Sport : Pfiffe für die Freizeitsportler

Berlin Volleys beim 0:3 gegen Haching chancenlos.

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Berlin - Am Ende gab es sogar vereinzelt Pfiffe und Buh-Rufe. Und Kaweh Niroomand, der Manager des Verlierers, sagte frustriert: „Das war beschämend. Dafür muss man sich entschuldigen.“ 0:3 (18:25, 19:25, 14:25) unterlag der Volleyball-Bundesligist Berlin Volleys gestern in der Schmeling-Halle dem ungeschlagenen Tabellenführer Generali Haching. Ein Klassenunterschied. „Wir hatten nie einen Spielrhythmus gefunden“, sagte Niroomand. Sein vernichtendes Urteil: „Das waren bei uns Einzelaktionen von Freizeitsportlern.“

Den 3780 Fans verging ihre gute Laune sehr schnell. Die Hachinger waren schon im ersten Satz spielerisch das dominierende Team. Die Annahme der Berlin Volleys wackelte gewaltig, Haching konnte die Gastgeber mit seinen Sprungaufgaben stark unter Druck setzen, die Angriffe der Berliner waren dementsprechend oft leicht auszurechnen, zudem hatten sie wenig Wirkung im Block. Allein Diagonalangreifer Paul Carroll überzeugte mit seinen wuchtigen Angriffsschlägen, aber er allein konnte die Mängel der restlichen Spieler nicht wettmachen. Auch Tomas Kmet, eigentlich einer der besten Mittelblocker die Liga, zeigte erheblich Schwächen.

Bei den Hachingern punktete immer wieder Diagonalangreifer Christian Dünnes, ihn bekamen die Berliner nie in den Griff. Und da die Aufgaben der Gastgeber auch nicht druckvoll genug waren, konnten die Bayern oft schnelle Angriffe einleiten. Nur bis zum 4:4 konnten die Berliner diesen Satz ausgeglichen gestalten, danach spielte Haching eine Klasse besser.

Im zweiten Satz hatte man mitunter sogar das Gefühl, die Berliner wollten gar keine Gegenwehr mehr leisten. Der Block blieb nahezu wirkungslos, und der Finne Urpo Sivula wurde in der Annahme zum Sicherheitsrisiko. Zwei Szenen, die vieles verdeutlichten. Die erste: Bei einer Annahme leitete Sivula den Ball direkt ins Hachinger Feld, der Gegenangriff brachte einen Punkt. Die zweite: Nach einer harten Sprungaufgabe von Carroll war der Ball lange in der Luft, lange genug, damit die Volleys einen guten Block hätten stellen können – den Punkt machte Haching. Das miserable Bild blieb auch im dritten Satz bestehen, Pech in einigen Szenen kam noch verschärfend dazu. Frank Bachner

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