Sport : Pfosten ist nicht Tor

Eisbären Berlin verlieren 1:5 beim ERC Ingolstadt

Robert Senner

Ingolstadt - Die effektivste Aktion der Eisbären gelang Andre Rankel schon nach zwei Sekunden. Der Puck war gerade zum Eröffnungsbully der DEL-Partie zwischen dem ERC Ingolstadt und den Eisbären Berlin aufs Eis gefallen, als der Berliner bereits wegen Beinstellens auf die Strafbank musste. Weil der Deutsche Eishockeymeister in der Folge nur noch selten so zielsicher zur Sache ging, verlor er das Spiel beim Tabellenzweiten verdient 1:5 (0:2, 0:1, 1:2). „Ingolstadt war besser, aber nicht so viel besser“, sagte Trainer Pierre Pagé. „Wir hatten genug Chancen.“

Von Beginn an wirkten die Eisbären recht unglücklich, zudem zeigten sie viele Unsicherheiten im Kombinationsspiel. Im ersten Drittel kam das Team nur durch Einzelaktionen vors Tor, etwa durch Kelly Fairchild (3. Minute) und Andy Roach (9.). Zu diesem Zeitpunkt lag Berlin allerdings bereits 0:1 zurück. Nach schöner Kombination hatte Doug Ast den Puck ins Netz gehoben. Die Gastgeber taten nur das Nötigste, waren aber effektiv und kamen vor 3475 Zuschauern in der 18. Minute zu einem weiteren Treffer: Der frühere Berliner Florian Keller legte auf, und Jeff Tory traf zum 2:0.

Im zweiten Drittel wirkten die Eisbären ein wenig entschlossener, wenngleich nicht glücklicher. Nach Distanzschüssen von Deron Quint und Patrick Jarrett hatte Sven Felski in der 27. Minute die größte Chance zum Anschluss. Er umkurvte Torhüter Waite, traf statt ins leere Netz aber nur den Pfosten. Das Gehäuse wurde zum entscheidenden Faktor: Als Jeff Jillson von rechts abzog, sah es so aus, als ob der Puck vom Pfosten ins Tor gesprungen war. Während die Berliner noch protestierten, lief bereits der Gegenangriff der Ingolstädter, der damit endete, dass Michael Waginger den Puck im Tor von Youri Ziffzer untergebracht hatte. Nach langem Videostudium erklärte Schiedsrichter Piechaczek dem aufgebrachten Pierre Pagé schließlich gestenreich, dass Jillsons Schuss nicht hinter der Linie war. 3:0 statt 2:1 – „das war die Entscheidung“, sagte Pagé.

Auch den letzten Abschnitt ließen die Eisbären nicht ohne Pfostentreffer verstreichen. Erst war Roach zur Stelle, dann wiederum Felski, der danach wütend seinen Schläger zertrümmerte. Auf der Gegenseite erhöhte Waginger auf 4:0, später traf Ast zum Endstand ins leere Tor. Zwischendurch hatte auch Denis Pederson in Überzahl tatsächlich einmal den Weg am Pfosten vorbei ins Tor gefunden.

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