Sport : Phonetischer Höhepunkt

Alba Berlin verpflichtet den NBA-erfahrenen Center Ruben Boumtje-Boumtje

Benedikt Voigt

Berlin - Was die Namen betrifft, leistet sich Alba Berlin in dieser Saison spektakuläre Zugänge. Julius Jenkins geht schon sehr gut über die Lippen, Koko Archibong klingt noch etwas außergewöhnlicher. Den vorläufigen phonetischen Höhepunkt haben die Berliner Basketballer allerdings mit ihrer jüngsten Verpflichtung erreicht: Es kommt Ruben Boumtje-Boumtje. Gesprochen: Ruben Buumtsche-Buumtsche.

„Wir wollen ein All-Star-Team der Namen zusammenstellen“, scherzt Albas Teammanager Henning Harnisch. Doch Albas Neuer hat Parameter zu bieten, die seine Verpflichtung auch sportlich sinnvoll erscheinen lassen. „Er stellt defensiv ein Bollwerk dar“, sagt Albas Vizepräsident Marco Baldi, „er ist ein Spieler, wie wir ihn noch nicht hatten.“ So dürfte es für die Gegner im Angriff schwer werden, über den 2,12 Meter großen Centerspieler zu werfen. „Wir wollen aggressiv verteidigen“, sagt Baldi, „da hilft es, wenn man einen guten Shotblocker hat.“ Ruben Boumtje-Boumtje erhält einen Einjahresvertrag in Berlin.

Zuletzt spielte der 28-Jährige bei dem griechischen Klub Panellinios Athen und erzielte dort durchschnittlich 10,4 Punkte und fing neun Rebounds pro Spiel. „Panellinios war sicher nicht das europäische Paradies“, sagt Baldi, „das zeigt, dass er sehr anpassungsfähig ist.“ Es war seine erste Saison in Europa, zuvor hat Boumtje-Boumtje versucht, sich in der nordamerikanischen Profiliga NBA bei den Portland Trail Blazers und Orlando Magic durchzusetzen. Es gelang ihm nicht. In 44 Spielen kam er lediglich auf durchschnittlich einen Punkt und 1,3 Rebounds pro Spiel. Dabei galt er einst als aussichtsreicher NBA-Spieler.

„Seine Aura stammt noch aus der College-Zeit“, sagt Harnisch. Diese verbrachte Boumtje-Boumtje an der renommierten Georgetown University, die eine große Centerspieler-Tradition besitzt. Die NBA-Stars Patrick Ewing, Dikembe Mutombo und Alonso Mourning lernten dort, sich unter den Körben richtig zu bewegen. Auch Boumtje-Boumtje hat sich dort in die Rekordlisten eingetragen, mit insgesamt 255 Blocks rangiert er auf Platz vier auf Georgetowns Bestenliste. Hinter den drei Vorhergenannten.

Boumtje-Boumtjes Verpflichtung bedeutet aber auch, dass der Verein noch einen weiteren Centerspieler oder Power Forward benötigt, der in der Offensive gefährlich ist. Zumal der letztjährige Topscorer Jovo Stanojevic nach seiner Knieoperation noch bis mindestens Dezember ausfallen wird. Immer noch hat Centerspieler Sharrod Ford ein Angebot von Alba Berlin vorliegen. „Es wäre gut, wenn wir mehr wüssten“, sagt Baldi. Ein Comeback von Quadre Lollis oder Nenad Canak will Marco Baldi zumindest noch nicht ausschließen.

Trotzdem wird deutlicher, dass die Mannschaft sich erneut beinahe komplett verändern wird, obwohl Alba Berlin das eigentlich nicht geplant hatte. Momentan werden nur Martynas Mazeika, Demond Greene, Phillip Zwiener und im Dezember Jovo Stanojevic zu dem Verein zurückkehren. „Das ist das Business“, sagt Harnisch, „wir haben alles probiert, aber auch internationale Vereine werden auf unsere Spieler aufmerksam.“ Besonders der Abgang von Hollis Price schmerzt den Verein. Kontinuität streben die Berliner nun eher bei den nationalen Spielern an.

So verpflichtete Alba zuletzt den Nationalspieler Johannes Herber für zwei Jahre. Noch ist das Team von Alba Berlin nicht komplett. Die Verpflichtung Boumtje-Boumtjes liege im Rahmen, sagt Baldi. „Wir haben noch Reserven, denn wir haben noch etwas vor.“

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