Sport : Pikante Details

Lance Armstrong beschuldigt früheren UCI-Chef der Komplizenschaft – der wehrt sich entschieden.

Früher oft zusammen. Hein Verbruggen (li.) und Lance Armstrong. Foto: dpa
Früher oft zusammen. Hein Verbruggen (li.) und Lance Armstrong. Foto: dpaFoto: dpa

Amsterdam/Berlin - Lance Armstrong plant den großen Rundumschlag. Ein Opfer dabei: Hein Verbruggen. Der 72 Jahre alte ehemalige Chef des Radsport-Weltverbands UCI wehrt sich allerdings gegen die Armstrong-Vorwürfe der Komplizenschaft. Dabei zielt Verbruggen auf die Integrität des einstigen Seriensiegers aus Texas, der jahrelang log. „Seit wann glaubt man Lance Armstrong? Seit er bei Oprah Winfrey sagte, dass er mit der UCI niemals etwas geregelt habe? Oder seitdem er (gegen Bezahlung) Filme macht und Interviews gibt und dann mit saftigen Geschichten kommen muss?“ Eine SMS Verbruggens mit diesem Inhalt landete am Dienstag beim niederländischen TV-Sender NOS.

Dagegen scheint Armstrong seinen früheren medizinischen Betreuer Michele Ferrari, vom Italienischen Olympischen Komitee CONI lebenslang gesperrt, verschonen zu wollen. „Ich behüte ihn“, hatte Armstrong der englischen Zeitung „Daily Mail“ erklärt. Der Texaner arbeitete seit 1995 mit dem „Dottore EPO“ genannten Mediziner zusammen. Aber erst sechs Jahre später musste er die Kooperation mit dem ominösen Italiener, der Armstrong Dopingmittel beschaffte, öffentlich eingestehen.

Verbruggens Nachfolger Pat McQuaid könnte in Zusammenhang mit Geldzuwendungen an die UCI durch Armstrong als nächster auf der Liste des Texaners stehen. Zudem dürften bei der Verhandlung vom 16. bis 20. Dezember in London gegen den langjährigen Armstrong-Mentor und Teamchef Johan Bruyneel vor dem Schiedsgericht der US-Anti-Doping-Agentur Usada weitere brisante Doping-Wahrheiten bekannt werden.

Der wegen Dopings lebenslang gesperrte Armstrong hatte der „Daily Mail“ erklärt, Verbruggen habe bei der Tour de France 1999 mitgeholfen, positive Tests auf Cortison zu vertuschen. Die UCI hatte die Nichtsanktionierung damals damit begründet, dass Armstrong ein Rezept für eine Wundsalbe wegen Sitzbeschwerden eingereicht habe. Verbruggen nannte den Ursprung der Anschuldigungen ein „Kortison-Fällchen“.

In dem Zeitungs-Interview hatte Armstrong erklärt: „Hein sagte nur: 'Das ist ein echtes Problem für mich, das ist der K.-o.-Schlag für unseren Sport – ein Jahr nach Festina. So müssen wir uns etwas einfallen lassen.' Also haben wir das Rezept zurückdatiert.“ . dpa

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