Ping Pong in Peking : Es piept einfach nicht

Unsere Olympiareporter spielen sich die Bälle zu. Heute wundert sich Benedikt Voigt über die Sicherheitskontrollen.

Benedikt Voigt[Peking]
Benedikt Voigt Foto: Q
Benedikt Voigt berichtet aus Vancouver für den Tagesspiegel über die Winterspiele.Foto: Q

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Der Aufwand für die Sicherheit bei diesen Olympischen Spielen ist enorm. 100 000 Polizisten passen auf, dass nichts passiert, was der chinesischen Regierung nicht gefällt. Boden-Luft-Raketen ragen in der Nähe des Vogelnest-Stadions in den inzwischen blauen Himmel. Und zwischenzeitlich hatte ein Verantwortlicher geglaubt, das Hauptpressezentrum sichern zu müssen, indem er ein gepanzertes Fahrzeug vor den Haupteingang beorderte. Und doch gibt es Sicherheitslücken.

Das fängt beim Rucksack des Olympiareporters an, in dem sich ein Laptop befindet. Anfangs hatten die Helfer noch verlangt, den Reißverschluss zu öffnen und den Computer hochzufahren. Später genügte ein Blick auf das Gerät, inzwischen wünschen die Helfer nur noch einen guten Tag. An den Sicherheitsschleusen kann man alles in der Hand durch die Metalldetektoren mitnehmen. Oder gleich in der Hosentasche lassen. Und manchmal piept es nicht einmal, wenn der Olympiareporter ein Aufnahmegerät, ein Handy und einen mit Münzen prall gefüllten Geldbeutel in der Hosentasche trägt.

Ein Grund für die Nachlässigkeiten dürfte sein, dass die freiwilligen Helfer an den Sicherheitsschleusen es aufgrund asiatischer Zurückhaltung nicht wagen, den Besucher näher zu belästigen. Ein anderer ist ein sehr chinesischer: Regeln gibt es viele im Reich der Mitte, doch bei der Durchsetzung hapert es mitunter.

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