Ping Pong in Peking : Fettig, süß und trocken

Unsere Olympiareporter spielen sich die Bälle zu. Hier schreibt Benedikt Voigt über olympische Küche.

Benedikt Voigt[Peking]
Benedikt Voigt
Benedikt Voigt berichtet aus Vancouver für den Tagesspiegel über die Winterspiele.Foto: Q

Peking ist ein Paradies, zumindest ein kulinarisches. Das wundert nicht, wenn man weiß, dass ein chinesisches Sprichwort lautet: „Das Essen ist der Himmel der Menschen“. Zur Begrüßung fragen die Chinesen auch gerne mal: „Che fan le ma?“ Hast du schon gegessen? Das Essen ist sehr wichtig und gut in dieser Stadt, fast jede Provinz ist mit einer eigenen Küche vertreten, auch internationale Gäste können bekannte Speisen auf ihren Tellern wieder finden: deutsche Schweinshaxe, griechisches Souvlaki oder nordkoreanisches Kimchi. Wenn also Peking der kulinarische Himmel ist, dann sind die Olympia-Sportstätten die Hölle.
 
Der Olympiareporter hat das am Sonntag in der Wukesong-Basketball-Arena festgestellt, wo er den ganzen Tag verbringen musste. Ein Mittagstisch ist dort – wie in allen Sportstätten – nicht vorgesehen. Es gibt nichts zu essen, nur fettig-süße Würstchen am Spieß, chinesische Kartoffelchips – und Trockennudeln. Das erste Problem bei der Packung mit den Trockennudeln ist, dass sie sich mit von Würstchenfett triefenden Fingern nur sehr schwer aufreißen lässt. Das zweite Problem ist, dass die Nudeln nach Fisch schmecken, obwohl Barbecue-Geschmack versprochen wurde. Das dritte Problem liegt in einer der kleinen Tüten mit Gewürzen, die plötzlich dazwischen lagen. Die Trockennudeln sind wohl gar keine Trockennudeln, sondern hätten mit heißem Wasser aufgegossen werden müssen. Der Olympiareporter wird diese Theorie heute überprüfen. Dann muss er wieder in die Hölle.

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