Ping Pong in Peking : Feuchtes Gold

Unsere Olympiareporter spielen sich die Bälle zu. Heute freut sich Benedikt Voigt über den Regen beim Beachvolleyball.

Benedikt Voigt[Peking]
Benedikt Voigt
Benedikt Voigt berichtet aus Vancouver für den Tagesspiegel über die Winterspiele.Foto: Q

Für die Amerikanerinnen Kerri Walsh und Misty May-Treanor hat sich der gestrige Vormittag gelohnt, sie haben die feuchteste Goldmedaille der Olympischen Spiele erhalten. Dies geschah nicht, wie man meinen sollte, beim Wasserspringen oder im Freiwasserschwimmen. So richtig feucht wurde es gestern im Chaoyang Park bei einer Sportart, die für gewöhnlich mit Sommer, Sonne und Strand verbunden ist. Die Zuschauer des Finales der Beachvolleyballerinnen brauchten einen Schirm statt Sonnencreme.

Der Dauerregen aber war das Beste, was den Olympischen Spielen passieren konnte. Regen und Wind sind in dieser Stadt das einzige verlässliche Mittel zur Smogbekämpfung. Das hat sich zu Beginn der Spiele gezeigt, als trotz Fahrverboten und Fabrikschließungen der Smognebel über dem Nationalstadion hing. Am ersten Sonntag der Spiele aber wuschen Regenschauer den Dreck aus der Luft. Seitdem genießt Peking das beste Augustwetter seit zehn Jahren, wie die Zeitung „China Daily“ freudig berichtete. Der Effekt des gestrigen Regens dürfte ähnlich sein.

Der Olympiareporter hat den Regenvormittag im Stau auf dem vierten Ring verbracht. Der Olympiareporter saß also im Taxi und blätterte vor Langeweile in seinem Lexikon nach den Wörtern für Wetter und Regen: „Tianqi“ und „Xiayu“. In den nächsten 45 Minuten auf der vierten Ringstraße fand er auch ausreichend Zeit, um sie sich einzuprägen. So hat sich der Regenvormittag auch für ihn gelohnt.

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