Ping Pong in Peking : Immer schön aufpassen

Unsere Olympiareporter spielen sich die Bälle zu. Heute hat sich Friedhard Teuffel ablenken lassen.

Friedhard Teuffel[Peking]
Friedhard Teuffel Foto: Q
Friedhard Teuffel berichtet aus Peking für den Tagesspiegel über Olympia.Foto: Q

Bei Olympia können schlimme Dinge passieren. Wenn man nicht aufpasst.  Wenn man sich nicht auf eine Sache richtig konzentriert. Die schlimmsten Dinge passieren im Pressezentrum. Das wussten wir allerdings noch nicht, als wir uns dort einen Platz suchten, um diese Kolumne zu schreiben. Als wir vom Tippen kurz hochschauen, sehen wir in einem der vielen Fernseher, die hier fast so dicht nebeneinander stehen wie im Kaufhaus, den deutschen Kajak-Vierer paddeln. Dann starren wir wieder auf unseren Laptop. Beim nächsten Zerstreuungsblick kommt das deutsche Boot gerade ins Ziel – mit zwei Mann an Bord! Wo sind die anderen? Gekentert? Warum fliegt denn kein Rettungsring ins Wasser?

Wir versuchen uns durch einen Blick auf einen anderen Fernseher zu beruhigen. Dort turnt gerade Frau Wania Monteiro von den Kapverdischen Inseln mit zwei Keulen, aber beruhigend ist das nicht, weil man so mitleidet, wenn den kleinen Gymnastinnen ihre Sportgeräte aus der Hand fallen. Frau Monteiro wirft zwei Keulen in die Luft, Zeit um die nächsten Wörter zu tippen. Als wir wieder hinschauen, um uns zu versichern, dass sie alles sicher aufgefangen hat und fröhlich weiterturnt, da tritt doch tatsächlich ein südkoreanischer Taekwondokämpfer zu. Entsetzt springen wir auf. Die kleine Gymnastin! Wie kann dieses miese Dreckschwein, denken wir und rennen zum Fernseher. Doch da kommt gerade ein deutsches Kajak-Boot ins Ziel. Als Erster. Als Olympiasieger. Mit vier Mann an Bord.

Ja, es passieren seltsame Dinge bei Olympia. Wenn man nicht aufpasst. Wenn man sich nicht auf eine Sache richtig konzentriert.

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