Ping Pong in Peking : Segen und Ehre

Unsere Olympiareporter spielen sich die Bälle zu. Heute freut sich Friedhard Teuffel über recycelte Fünf-Jahresplan-Banner.

Friedhard Teuffel
Friedhard Teuffel berichtet aus Peking für den Tagesspiegel über Olympia.Foto: Q

Die Olympischen Spiele sind eigentlich die älteste Mottoshow der Welt. Wir dürfen noch einmal kurz daran erinnern, dass es mit dem lateinischen „citius, altius, fortius" anfing, höher, schneller, stärker. Dann kam irgendjemand auf die Idee, dass das doch nicht alles gewesen sein kann. Und erfand den Slogan „dabei sein ist alles". Wahrscheinlich waren es die 68er. Aus den 68ern entstand die Ökobewegung, und so mussten es auch dann die „grünen Spiele" werden.

Dem chinesischen Organisationskomitee ist nun offenbar aufgefallen, dass heutzutage alles und jeder grün ist. Und dass es stattdessen darauf ankommt, Umweltschutz vorzuleben und sich gleichzeitig darauf zu besinnen, was wirklich wichtig ist im Leben. Klingt kompliziert? Die Chinesen haben es tatsächlich geschafft. Das sieht so aus: Vor großen Gebäuden haben sie riesige rote Olympiatransparente aufgehängt. Das sind bestimmt die alten Vier- oder Fünf-Jahresplan-Banner, die sie aus Alttextilsammlungen geholt und zu neuen, inhaltlich hochwertigen Transparenten verarbeitet haben. Auf einem steht: „Segen, Unterstützung und Ehre den Olympischen Spielen". Da ist doch alles drin. Sogar ein religiöses Element. Es gibt noch andere Exemplare aus dieser Produktionsserie. „Erfülle das Konzept der Olympischen Spiele und installiere eine harmonische Gesellschaft." Mit dieser Botschaft im Herzen kann jeder Tag der schönste Tag im Leben werden.

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