• PINGPONG in Peking: Biss in die Medaille Benedikt Voigt fragt sich, ob die Spiele in Peking überhaupt real sind

PINGPONG in Peking : Biss in die Medaille Benedikt Voigt fragt sich, ob die Spiele in Peking überhaupt real sind

Benedikt Voigt

Es ist nicht ganz klar, ob auch George Bush senior auf eine Fälschung hereingefallen ist. Der ehemalige US-Präsident hat neulich bei seinem Peking-Aufenthalt für 250 Dollar sechs Umhänge aus Seide gekauft. Er hat das im Silk Market getan, jenem Ort, in dem der Kunde nach dem Kauf einer Sporthose gefragt wird, welche Marke er draufgebügelt haben will: Adidas, Puma oder Nike? George Bush senior kauft im bekanntesten Fälschermarkt Pekings, im Paradies für Fake-Produkte. Aber vielleicht lassen wir uns alle gerade täuschen bei diesen Olympischen Spielen.

Schon das Feuerwerk bei der Eröffnungsfeier war – wie inzwischen bekannt geworden ist – eine Fälschung. Die Fernsehzuschauer sahen zum Teil aufgezeichnete Bilder, weil das reale Wetter zu diesig zum Vorzeigen war. Es blieb nicht die einzige Lüge.

Auch das Mädchen, das während der Fahnenzeremonie sang, sang nicht wirklich. Die echte Sängerin, die hinter der Bühne stand, war von einem Politbüromitglied für nicht präsentabel erachtet worden. Allmählich ist man sogar geneigt, den Gerüchten mehr Glauben zu schenken, die behaupten, der gesamte Fackellauf auf den Mount Everest im Mai sei ebenfalls als Aufzeichnung in die Wohnzimmer geflimmert. So wenig hatten die Journalisten damals vor Ort von einem realen Aufstieg mitbekommen. Womöglich hat sogar der Kollege F. von der italienischen„Gazzetta dello Sport“ Recht, der vor kurzem behauptete: Diese Spiele sind gar nicht echt. Sie sind eine Fälschung.

Die Stadt jedenfalls ist falsch. Sie ist nicht so grün und bunt und ruhig, wie sie derzeit wirkt. Da fragt man sich, ob die Wettbewerbe überhaupt real sind. Womöglich hat das chinesische Politbüro bereits bei seiner Sitzung im März festgelegt, dass China mehr als 40 Goldmedaillen gewinnt. Zurzeit werden die Rennen und Kämpfe nur noch einmal für die Ausländer und das Fernsehen nachgestellt. Ist nicht auch vielen Zuschauern in Lehrgängen beigebracht worden, wie sie zu jubeln haben? Gegen die Fälschungstheorie spricht allein, dass die ausländischen Athleten es mitbekommen müssten, wenn ihr Kampf nicht real wäre. Auf jeden Fall tun sie gut daran, nach der Siegerehrung als erstes in die Medaille zu beißen. Man weiß ja nie...

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