Sport : Pistorius läuft zu langsam

Annette Kögel

Berlin - Der südafrikanische Leichtathlet Oscar Pistorius läuft seiner Bestform noch hinterher: Der mit zwei Beinprothesen startende Athlet konnte sich gestern bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften der Leichtathletik der Behinderten nicht für die Olympischen Spiele qualifizieren. Zwar ging der 21-Jährige beim 400-Meter-Lauf seiner Starterklasse als Erster durchs Ziel – doch lag er mit 49,16 weit hinter den für die Olympia-Staffel nötigen 45,95 Sekunden. Um als Einzelläufer zu starten, hätte er 45,55 Sekunden laufen müssen. Seine Bestzeit liegt bei 46,34 Sekunden. 2007 war Pistorius zweitbester Leichtathlet aller Sportler Südafrikas, mit und ohne Handicap.

Pistorius zeigte sich nach dem Lauf enttäuscht. „Ich bin realistisch, ich habe wegen meines Trainingsrückstandes nicht damit gerechnet, dass ich es schaffe – aber natürlich bin ich trotzdem frustiert.“ Bisher hat ihm der Kampf darum, bei Olympia teilzunehmen, genau dies verbaut: Pistorius durfte seit der Entscheidung des Leichtathletik-Weltverbandes im Dezember 2007, nach der ihm die Prothesen angeblich einen Vorteil gegenüber nichtbehinderten Läufern verschafften, nicht mehr an Wettbewerben in Südafrika teilnehmen. Dort treten seit Jahren Athleten mit und ohne Handicap gegeneinander an. „Außerdem konnte ich zwischen Dezember und Mai kaum trainieren, weil ich ständig in die USA zu Untersuchungen in den Sportlaboren war.“ Nach diesen Testreihen entschied der Internationale Sportgerichtshof Cas, dass Pistorius sich doch qualifizieren darf.

Dazu hat er jetzt noch bei einigen Wettkämpfen Gelegenheit. Bei den Paralympics tritt Pistorius auf jeden Fall an. 2009 will er wieder nach Berlin kommen – zur Leichtathletik-WM . Annette Kögel

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