Sport : Pizza satt

Philipp Köster

Eines steht fest: der Abstiegskampf macht aus mir auch keinen besseren Menschen mehr. Nun bin ich ja ohnehin der Meinung, dass Leute, die besonderen Wert auf Fairness legen, besser nicht zum Fußball, sondern zum Badminton oder Curling gehen sollten. Trotzdem ist mein moralischer Verfall der letzten Wochen erschreckend.

Die Sachlage: Mein Heimatverein Arminia Bielefeld steckt mitten im Abstiegskampf und spielte letzten Sonntag gegen Bremen. Ein Spiel aus der Abteilung „letzter Strohhalm“. Also verbrachte ich den Abend des letzten Donnerstags vor dem Fernseher, in der irren Hoffnung, es möge sich ein Bremer im Uefa-Cup gegen Espanyol Barcelona verletzen – nicht schwer, sondern gerade so, dass er am Sonntag nicht spielen können würde. Als klar wurde, dass die Bremer Spieler den Abend gesund und munter überstehen würden und dass die Rote Karte für Keeper Tim Wiese nicht für die Bundesliga zählen würde, jubilierte ich eben über die drei Bremer Gegentore. Mir war alles recht, was Werder fürs Wochenende demoralisieren könnte. Wie wir inzwischen wissen, mit Erfolg, Arminia gewann 3:2.

Nun ging es aber weiter, ich war im Fieber. Schon überlegte ich, wie der nächste Gegner Leverkusen zu schwächen ist. Am Ende war ich beinahe so weit, in der Nacht vor dem Spiel den Leverkusenern Kießling und Barbarez alle 20 Minuten den Pizzadienst ins Mannschaftshotel zu schicken. Bloß damit die beiden Angreifer am Spieltag mit verdorbenem Magen auf dem Hotelzimmer liegen. Aber so was Niederträchtiges macht man natürlich nicht. Fair geht am Ende doch vor, der Bessere soll gewinnen. Abstiegskampf hin oder her.

Ach, noch eine Frage: Kennt einer einen guten Pizzadienst in Leverkusen?

schreibt an dieser Stelle im Wechsel mit Stefan Hermanns.

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