Sport : Planen für bessere Zeiten

Im Abstiegskampf verpflichtet Handball-Zweitligist Füchse einen Erstligaspieler

Hartmut Moheit

Berlin - Heute ist für Sascha Detlof ein besonderer Tag. „Nach zweieinhalb Monaten wieder zu spielen, macht mich absolut happy“, sagt der 23-Jährige. Er hat die Folgen einer erneuten Knieoperation überwunden, kann den Füchsen Berlin gegen TuS Spenge (20 Uhr, Max-Schmeling-Halle) helfen. Mit Detlof kehrt ein wichtiger Spieler in die Reihen des Handball-Zweitligisten zurück. Mit ihm soll in der zweiten Halbserie der Aufschwung gelingen. Detlof sagt: „Wenn wir gegen Spenge nicht gewinnen, dann weiß ich es auch nicht.“ Mit der Vorgabe von Trainer Jörn-Uwe Lommel, dass „jetzt noch mehr und noch härter trainiert werden muss“, hat er keine Probleme. Andere Spieler schon: Jörg Hok und Goran Stupar gehören deshalb nicht mehr zum Team.

„Für beide ist die Belastung, die ihre Berufe und der Sport mit sich bringen, zu groß geworden“, sagt Manager Bob Hanning über die Vertragsauflösungen. Er sagt aber auch: „Wir wollen sie weiter bei uns einbinden, das ist uns sehr wichtig.“ Dass Hok und Stupar dem Team auf dem Spielfeld nicht mehr helfen konnten, wurde in der enttäuschend verlaufenden ersten Halbserie sehr deutlich. Mit 15:19-Punkten liegen die Füchse zu Beginn der Rückrunde auf dem 16. Rang. Trotz dieser prekären Situation denkt Hanning nicht an „Schnellschüsse“, die auch finanzielle Kraftakte wären. „Es bleibt dabei: Starke Neuverpflichtungen gibt es erst für die nächste Saison.“ Die erste gaben die Füchse gestern bekannt: Daniel Brack vom Bundesligisten TV Großwallstadt hat einen Zwei-Jahres-Vertrag in Berlin unterschrieben, der ab der kommenden Spielzeit gilt. Laut Hanning ist der torgefährliche Spieler „der erste wichtige Mosaikstein“ der neuen Mannschaft.

Die nächste Saison soll für die Füchse natürlich in der Zweitklassigkeit stattfinden. Momentan sind sie auf Tabellenplatz 16, die Teams auf den Rängen 18 bis 20 steigen ab.„Abstiegskampf ist Einstellung pur“, sagt Lommel „Leistungssport heißt auch, dass ein Profi Stress aushalten muss.“ Er hofft, dass die Spieler, die das Projekt Erstligahandball in Berlin weiter realisieren sollen, „das verinnerlichen“. Dass es Verständigungsprobleme zwischen ihm und dem Team gab, verschweigt Lommel nicht. „Ich hatte mir die Aufgabe leichter vorgestellt, aber Trainer, die zu viele Kompromisse eingehen, können nicht gewinnen.“ Kompromisslos muss er vor allem sein, wenn es um die Wirksamkeit seines Angriffs geht. Gerade einmal 398 Treffer in 17 Spielen, da kann selbst der Tabellenletzte Usedom 15 Tore mehr aufweisen.

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