Sport : Planet Franz

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Robert Ide über Beckenbauers Wert

für den deutschen Fußball

Was wären wir ohne Franz Beckenbauer? Ohne diesen Mann, der uns die FußballWM 2006 beschert hat? Ohne jenen Mann, der den FC Bayern in den Schlagzeilen hält, obwohl er schon lange Langeweile-Meister ist? Ohne den Mann, der uns jeden Tag in der Sport- oder Boulevardpresse unterhält? Es wird Zeit, dass sich Deutschland eingesteht: Ohne Franz Beckenbauer wären wir ein Volk von verklemmten Fußball-Statistikern.

Am Freitag, kurz vor dem nächsten beschaulichen Bundesliga-Wochenende, hat Beckenbauer uns wieder alle überrascht. „Ich höre als Chef des WM-Organisationskomitees auf“, rief er in den Blätterwald. Und laut raschelte es zurück: Von einer „Warnung an den Weltverband“ berichtete der Sport-Informationsdienst, die Deutsche Presse-Agentur sprach gar vom „Paukenschlag“. Kein Wunder, hatte Beckenbauer doch dem Weltverband Fifa Ungeheuerliches vorgeworfen: „Das Hauptziel der Fifa besteht darin, Geld zu verdienen.“ Ach so.

Nun könnten Nörgler einwenden, dass sich Beckenbauers FC Bayern und sein WM- Komitee beim Geldverdienen auch nicht gerade zurückhaltend verhalten. Aber solche Nörgler haben schon den großzügigen Geldgeber Leo Kirch in den Ruin getrieben. Nein, jetzt ist Zeit für Dankbarkeit. Jetzt ist Zeit, uns zu gratulieren zu jenem Mann, der sich souverän jede Peinlichkeit genehmigt.

Bohlen privat. Effe intim. Was sind diese Figuren gegen den Funktionär, der sich „Kaiser“ nennt? Gegen den Mann, der den Spaßplaneten Fußball ganz allein am Laufen hält.

Danke, Franz. Bis morgen.

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