Sport : Planlos in Leipzig

Deutsches Degen-Team vor schwieriger Zukunft

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Leipzig Nach einer kurzen Nacht, in der ausgiebig das Mannschafts-Silber im Herrendegen gefeiert wurde, besorgte Daniel Strigel seinen Mitstreitern erst einmal Mineralwasser. Das Getränk löste die Zungen und ließ die Equipe über die dritte Team-Medaille hintereinander bei einem Großereignis sinnieren. Beim 31:45 gegen Olympiasieger Frankreich war am Donnerstagabend bei der Weltmeisterschaft in Leipzig der Abstand zur weltbesten Mannschaft zu deutlich, um sich über vertane Chancen zu ärgern. Stattdessen ging der Blick nach vorne.

Bundestrainer Walter Steegmüller wird von Tauberbischofsheim nach Heidenheim zu seiner Familie zurückkehren und von dort aus das Degenfechten koordinieren. Seine Schützlinge fassen verstärkt ihre berufliche Zukunft ins Auge, denn trotz 4000 Euro an Prämien muss jeder Fechter bereits während seiner sportlichen Laufbahn die berufliche Zukunft vorantreiben. „Im Moment bin ich völlig planlos“, sagt Daniel Strigel. Ein Kreuzbandriss und der Tod des Vaters haben den Aktivensprecher der Fechter verändert. Strigels Zeit als Sportsoldat geht im März zu Ende. Während Martin Schmitt als Sportsoldat seine positive sportliche Entwicklung weiter vorantreiben will, kann sich Jörg Fiedler als Lebenskünstler („Ich rette nächstes Jahr die Welt“) weiter voll auf seinen Sport konzentrieren. Sven Schmid hingegen sagt: „Es macht mir ein bisschen Angst, dass ich nicht weiß, was ich machen soll.“ Der 27-Jährige flüchtet sich in Scherze: „Wenn ich 2016 mal aufhöre, dann hoffe ich, dass Daniel Strigel irgendwo Personalchef ist und mich einstellt.“ dpa

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