Sport : Planlos ins Abseits

Schalkes Sorgen werden nach dem 0:1 gegen Rostock größer

Richard Leipold

Gelsenkirchen. Das kurzzeitige Fußballhoch ist rasch wieder über Gelsenkirchen hinweg gezogen. Nach dem 0:1 gegen Hansa Rostock grüßen die Vorboten des Abstiegskampfes aus gar nicht mehr so großer Entfernung. Jupp Heynckes, der Cheftrainer des FC Schalke 04, bezeichnete die zweite Heimniederlage in dieser Saison als „herben Rückschlag“.

Die Rostocker dagegen bewegen sich allmählich weg von den ganz billigen Plätzen der Liga. „Dieser Sieg war ein wichtiger Schritt“, sagte Trainer Juri Schlünz, dessen Mannschaft in den zurückliegenden drei Spielen sieben Punkte holte. „Wir haben die Räume dicht gemacht und versucht, das eine oder andere Tor zu erzielen.“ Es blieb bei dem einen Treffer, den der Torschütze Razundara Tjikuzu später seiner kleinen Tochter widmete. Mehr brauchten die Rostocker im Angriff nicht zu leisten, um entscheidend voranzukommen.

Beide Mannschaften waren die Partie in aller Ruhe angegangen. Die Anfangsphase folgte dem Motto: gemach, gemach, nur nichts überstürzen. Nach einer Viertelstunde ging allerdings ein Raunen durch die voll besetzte Arena. Auf dem Videowürfel leuchtete der Name Ailton auf. Der künftige Schalker, der noch für Werder Bremen stürmt, hatte für seinen aktuellen Arbeitgeber gegen Bochum schon zum zweiten Mal an diesem Tag getroffen. Die Anhänger des FC Schalke mussten sich mit der Vorfreude auf Ailton begnügen. In dessen künftigem Wirkungskreis blieb alles beim Alten. Victor Agali vergab die besten Chancen, und die Fans der Heimelf mussten sich in Geduld üben. Mit einem Kopfball kam Agali, der den verletzten Mike Hanke ersetzte, einem Erfolgserlebnis noch am nächsten, doch der Rostocker Schlussmann Mathias Schober verhinderte die Schalker Führung.

Nach der Pause änderte sich an den Kräfteverhältnissen auf dem Rasen nichts, dafür aber am Ergebnis. Tjikuzu vollendete einen der wenigen ernst gemeinten Vorstöße des FC Hansa mit dem Tor des Tages. Der Mittelfeldspieler nutzte die Freiheit, die ihm die Abwehr bot, die Heynckes auf drei Positionen hatte neu besetzen müssen. Auf der Gegenseite ließen die Rostocker Filip Trojan vor ihrem Tor gewähren. Doch der überrascht wirkende Schalker traf aus vier Metern nur den Querbalken. Das Zeichen zum Aufbruch? Nein. Die Westfalen stürmten weiter planlos der Niederlage entgegen. „Wir haben es nicht verstanden, schnell zu spielen und den Gegner über die Außenpositionen unter Druck zu setzen“, sagte Heynckes „Wir hatten Torchancen, aber keine klaren.“ Keine klaren Chancen, aber eine klare Erkenntnis. Ob sie den Schalkern hilft?

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