Sport : Platt in Bamberg

59:71 – Alba Berlin verliert zweites Spiel in drei Tagen

Peter Seidel

Bamberg - Die Niederlage in der Europaliga in Ljubljana ist kaum verdaut, da müssen Alba Berlins Basketballer schon die nächste verkraften: 40 Stunden nach dem Spiel am Donnerstag traten die Berliner am Samstag in der Bundesliga in Bamberg an und mussten die zweite Saisonniederlage auf nationaler Ebene hinnehmen. Die Franken gewannen verdient mit 71:59 (34:22). „Wir haben von Anfang an nicht zu unserem Spiel gefunden“, sagte Steffen Hamann, der zum ersten Mal wieder bei seinem alten Klub angetreten war und freundlich empfangen wurde.

Die 6800 Zuschauer in der ausverkauften Bamberger Arena sahen ein von Beginn an äußerst intensives wenn auch wenig flüssiges Spiel. Die Meister von 2007 (Bamberg) und 2008 (Alba) kämpften verbissen um jeden Ball. Nach fünf Minuten stand es gerade einmal 6:5, wenig später konnten sich die Gastgeber durch zwei Dreipunktewürfe des ehemaligen Berliners Demond Greene erstmals ein wenig auf 12:5 absetzen. Auch Bamberg hatte unter der Woche im Europapokal verloren, vor eigenem Publikum war das Team beim 39:69 gegen Turow Zgorzelec aus Polen regelrecht gedemütigt worden. Aber die Bamberger Fans zeigten, dass sie vergeben können: Das Publikum entfachte eine Play-off-würdige Atmosphäre, die Bambergs Trainer Chris Fleming kurz vor dem Ende des ersten Viertels noch weiter hochkochte. Nach einem Foulpfiff gegen sein Team schleuderte er sein Sakko aufs Parkett, wofür er ein Technisches Foul kassierte, aber auch die Zuschauer noch mehr hinter seine Mannschaft brachte.

Danach konnten die Bamberger vor allem mit einer guten Trefferquote von der Dreipunktelinie ihre Führung ausbauen. Bei Alba lief wenig zusammen, Ballverluste und vergebene Freiwürfe (insgesamt trafen die Berliner nur 44 Prozent ihrer Versuche) häuften sich. Insgesamt ging das zweite Viertel mit 21:10 an Bamberg, die Berliner lagen zur Halbzeit mit zwölf Punkten zurück. Doch Alba kämpfte sich innerhalb weniger Minuten auf 35:38 heran. Die Aufholjagd geriet aber ins Stocken, als Ansu Sesay mit seinem vierten Foul auf die Bank musste und Adam Chubb sich sogar mit seinem fünften Foul aus dem Spiel verabschiedete. Trotz dieser Probleme und der äußerst knappen Regenerationspause vor dem Spiel wechselte Albas Trainer sehr sparsam: Luka Pavicevic vertraute auf gerade einmal acht Akteure, dazu kam ein Kurzeinsatz von Dragan Dojcin. Angeführt vom überragenden Predrag Suput (23 Punkte) setzten sich die Gastgeber bis zur letzten Pause wieder auf acht Punkte ab. Auch im Schlussviertel gelang es Bamberg, Alba auf Distanz zu halten und die Führung sogar auf mehr als zehn Punkte auszubauen. Den Berliner fehlten Energie und Ideen, um die Gastgeber noch einmal in Gefahr zu bringen.

Kurz vor Schluss erregte sich Pavicevic über ein Bamberger Foul so sehr, dass er sein zweites Technisches Foul kassierte und von den Schiedsrichtern der Halle verwiesen wurde.

Es war das unrühmliche Ende einer Auswärtsfahrt, die Alba sicherlich schnell vergessen wollen wird. Peter Seidel

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