Sport : Platz zehn ist zu wenig

Die Eisbären wollen die Vor-Play-offs vermeiden

Til Knipper

Berlin - Immerhin, Tabellenplatz zehn in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) haben die Eisbären Berlin mit ihrem 5:3-Sieg (0:2, 4:1, 1:0) am Freitagabend bei den Füchsen Duisburg zwischenzeitlich wieder erobert. Diese Platzierung berechtigt am Ende der regulären Saison zur Teilnahme an den vor dieser Spielzeit neu eingeführten Vor-Play-offs. Darin spielen die Mannschaften zwischen Platz sieben und Platz zehn die zwei letzten Plätze für das Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft aus. Das wäre eigentlich zu wenig für den Titelträger der vergangenen beiden Jahre. Allerdings fällt auf, dass die Eisbären sich diese Saison schwertun gegen Mannschaften aus der oberen Tabellenhälfte. Nur drei ihrer bisherigen neun Saisonsiege holten die Berliner gegen Teams, die zurzeit unter den ersten sechs in der DEL stehen.

Das Problem scheint auch Trainer Pierre Pagé erkannt zu haben. „Wir haben gelernt, jeden Gegner zu respektieren. Heute haben wir 60 Minuten gekämpft. Das war der Unterschied“, sagte er nach dem Auswärtssieg gegen den Tabellenletzten Duisburg. Pagé hatte nach dem ersten Drittel Torwart Youri Ziffzer gegen Ersatzmann Daniar Dshunussow ausgewechselt. Im zweiten Drittel wendeten die Eisbären das Spiel durch Tore von Fairchild, Braun, Walker und Cole Jarrett zu ihren Gunsten. „Wichtig ist, dass wir nach den zwei Duisburger Überzahltoren im ersten Drittel so zurückgekommen sind“, sagte Eisbären-Manager Peter John Lee. Mit der Teilnahme an den Vor-Play-offs will sich Lee aber noch nicht anfreunden, auch wenn der Abstand zur Tabellenspitze inzwischen bereits 21 Punkte beträgt. Stattdessen müssten alle zusammen „noch härter arbeiten, um demnächst auch mal wieder gegen einen der Großen zu gewinnen“.

Auch Stürmer Stefan Ustorf will nicht zu weit in die Zukunft blicken. „Es sind noch 28 Spiele bis zum Ende der regulären Saison. Deswegen macht sich in der Mannschaft jetzt noch keiner Gedanken über Play-offs oder Vor-Play-offs“, sagte Ustorf. Der Abstand zur Tabellenspitze sei auf dem Papier auch größer als in Wirklichkeit, findet Ustorf. „Wir haben drei Mal diese Saison gegen Mannheim gespielt und jedes Mal mit nur einem Tor verloren.“ Der 32-Jährige ist vor dem heutigen Spiel gegen die Krefeld Pinguine (18.30 Uhr, Sportforum Hohenschönhausen) optimistisch: „Wir wollen jetzt eine kleine Serie starten. Außerdem haben wir uns vorgenommen, auch zu Hause mal wieder eine gute Leistung zu zeigen.“ Bisher ist die Bilanz zwischen Krefeld und den Eisbären ausgeglichen. Im ersten Saisonspiel gewannen die Eisbären in Krefeld 3:1. Zu Hause verloren sie am 7. Spieltag allerdings 3:7.

Zum bisherigen Saisonverlauf würde ein Sieg gegen Krefeld gut passen. Denn die Krefelder liegen zurzeit auf Platz neun. Bei einem Sieg könnten die Berliner den Abstand zum Tabellensechsten Hannover verkürzen. Sollten die Eisbären dagegen heute verlieren, könnten sie das Spiel einfach als misslungene Generalprobe für die Vor-Play-offs abhaken. Wenn es ihnen gelingt, Platz zehn zu verteidigen.

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