Sport : Platztausch im Derby

Lautern schickt Mainz mit 2:0 auf einen Abstiegsrang

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Mainz - Wolfgang Wolf wollte nichts dem Zufall überlassen. Personell und taktisch musste er seine Mannschaft nach zuletzt zwei Siegen in Folge nicht weiter verändern, aber an der Trikotfarbe konnte er noch arbeiten. Die blauen Auswärtstrikots waren für den 1. FC Kaiserslautern bisher kein gutes Omen. „Ich war extra bei René C. Jäggi, um ihn um neue Trikots für das Mainzspiel zu bitten“, sagte Wolf. Der Vorstandsvorsitzende zögerte nicht lange und gab dem Trainer freie Hand. Wolfs Wahl fiel auf Knallgelb. Eine Signalfarbe für ein Rheinland-Pfalz-Derby, in dem es für beide Mannschaften um viel ging. Wolf hat offensichtlich gut gewählt, denn seine Mannschaft gewann 2:0 und verabschiedete sich damit vorerst von den Abstiegsrängen – genau dahin stürzten die Mainzer nach der dritten Niederlage in Folge.

Große Faschingsstimmung kam da im Bruchweg-Stadion nicht auf. „Die Feierstimmung ist gedrückt – die Niederlage in so einem Derby muss man erst mal wegstecken“, sagt FSV-Manager Christian Heidel. „Aber wir können mit diesen Situationen gut umgehen.“ Trainer Jürgen Klopp sieht das genauso: „Wir werden jetzt noch enger zusammenrücken und diese Situation gemeinsam stemmen.“ Dieses Spiel sei der perfekte Start, um alle leichtfertig verschenkten Spiele zu vergessen.

So ein Spiel war das gegen den Nachbarn aus der Pfalz jedoch nicht. Zwar kassierte Mainz in der 24. Minute nach einem Sturz des Norwegers Höiland deutlich vor dem Strafraum einen unberechtigten Elfmeter, den Boubacar Sanogo verwandelte. Aber die Mainzer ließen auch in der Folge die letzte Konsequenz vermissen und blieben ihrem alten Problem, der mangelhaften Chancenauswertung, treu. Selbst allerbeste Kopfballmöglichkeiten ließen sie ungenutzt.

Anders der FCK. Zwei Minuten nach der Führung erhöhte der starke Sanogo mit seinem zehnten Saisontor auf 2:0. Auch die Verletzung von Torhüter Jürgen Macho warf Kaiserslautern bei der Jagd nach einem Nichtabstiegsplatz nicht aus der Bahn. Der Österreicher erlitt in der ersten Halbzeit nach einem Zusammenprall mit Michael Thurk einen Unterarmbruch. An seiner Stelle kam der 19 Jahre alte A-Jugend-Torwart Florian Fromlowitz zu seinem ersten Einsatz in dieser Saison und hielt sofort souverän. „Ich muss meiner jungen Mannschaft ein großes Kompliment machen“, sagte Wolf. „Es war noch nicht alles perfekt, aber 2:0 reicht.“ Bescheiden wie er ist, verschwieg Wolf den Anteil der gelben Trikots am Erfolg.

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