Sport : Platzwunde, Grippe, Fingerbruch

Stark geschwächt unterliegt Alba Berlin 71:84 in Köln

Sven Simon

Köln. „Nein“, er habe vorher nicht über die Telekom Baskets Bonn geredet, sagte Alba Berlins Trainer Emir Mutapcic nach der 71:84 (33:36)-Niederlage seines Teams gegen Rhein Energie Cologne. Bonn hatte am Samstag in eigener Halle 95:105 gegen Oldenburg verloren und Berlin damit ermöglicht, bei einem Sieg am Sonntag gegen Köln alleiniger Tabellenführer zu werden. „Das war für uns überhaupt kein Thema“, sagte Nationalspieler Marko Pesic.

Was sollten sie auch anderes sagen. Vertan war die Chance, den ersten Platz der Basketball-Bundesliga zu erkämpfen. Und das zwei Spiele vor Beginn der Play-offs. Als Erster hätte Berlin bis zum Finale in einem entscheidenden fünften Spiel Heimrecht gehabt. Und Alba hätte in Köln gewinnen können – obwohl Henrik Rödl (Muskelfaserriss in der Wade) und Stefano Garris (Fingerbruch) verletzt fehlten und Center Jovo Stanojevic wegen einer Grippe am letzten Mannschaftstraining nicht teilnehmen konnte. Er wurde in der Startformation von Teoman Öztürk vertreten.

Angetrieben von einem sehr gut aufspielenden DeJuan Collins bestimmte Alba anfangs das Geschehen, vergab aber zu viele eigene Möglichkeiten. Bis in die zweite Hälfte war die Partie vor 16 693 Zuschauern in der Kölnarena ausgeglichen. Im letzten Viertel, das Alba noch mit einer 56:55-Führung begann, bekam Berlin aber Probleme gegen Kölns Zonenverteidigung. Zudem verließ zwölf Minuten vor Schluss Aufbauspieler DeJuan Collins (21 Punkte) vorübergehend das Feld, weil er sich eine Platzwunde im Gesicht zugezogen hatte. Der US-Amerikaner musste in der Kabine mit drei Stichen genäht werden.

Als er zurückkam, sah er, wie Drazan Tomic mit einem Dreier und einem Korbleger Köln 66:49 in Führung brachte. Zweieinhalb Minuten später musste mit Mithat Demirel (12 Punkte) der zweite Spielmacher vom Parkett. Jovo Stanojevic (13) hatte einen Korb erzielt, die Schiedsrichter erkannten aber richtig, dass der Wurf erst nach Ablauf der 24 Sekunden Angriffszeit kam. Deshalb zählten die Punkte nicht. Demirel beschwerte sich bei Referee Mathias Rucht und bekam ein technisches Foul, sein fünftes. „Ich habe ihn nur gefragt, warum er denn auf Zuruf pfeift“, sagte Demirel später. „Natürlich hätte Mithat uns in den letzten Minuten helfen können“, sagte Mutapcic. Der Grund für die Niederlage seien aber vor allem die 28 Punkte von Köln im letzten Viertel. „Da waren wir unkonzentriert und zu sehr mit den Schiedsrichtern beschäftigt“, sagte Mutapcic.

Berlin hat damit gegen Bonn und Köln, neben Alba die weiteren Titelfavoriten, jeweils Heim- und Auswärtsspiel verloren. Nächster Gegner ist am Sonntag in Leipzig aber erst einmal der Mitteldeutsche BC, und vor dem muss sich Alba nicht fürchten: Das Hinspiel gewann der Meister 107:87.

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