Play-off-Finale : Eisbären verlieren bei der DEG

Nach dem 3:2-Sieg im ersten Finalspiel unterliegen die Berliner im zweiten Spiel der Best-of-five-Serie um die Deutsche Meisterschaft der Düsseldorfer EG 1:3.

Katrin Schulze[Düsseldorf]
Mehrheitsgesellschaft. Düsseldorf macht sich breit.
Mehrheitsgesellschaft. Düsseldorf macht sich breit.Foto: City-Press

Diese Auszeit musste sein. 89 Sekunden vor Schluss erreichte die Ratlosigkeit auf der Spielerbank der Eisbären einen weiteren Höhepunkt. Wild gestikulierend redete Don Jackson auf die um ihn herum versammelten Profis ein, die zuvor eine Chance nach der anderen vergeben hatten. Doch auch die intensive Unterredung beim Trainer half nichts mehr. 1:3 (0:1, 1:1, 0:1) verloren die Berliner die zweite Finalbegegnung um die deutsche Eishockeymeisterschaft bei der Düsseldorfer EG. Damit gehen sie nun mit einem 1:1 in das dritte Spiel der Best-of-five-Serie am Montag in Berlin (14.30 Uhr, live auf Premiere).

 

Zunächst lag die Konfusion auf Seiten der Eisbären noch am starken Auftritt ihres Gegners. Die Düsseldorfer agierten tempo- und ideenreich – allein im Abschluss fehle ihnen die nötige Präzision. „Anfangs sahen wir nicht gut aus und haben uns einige Fehler geleistet“, sagte Jackson. So hatten die Berliner Glück, dass Brandon Reid nur auf den Außenpfosten zielte. Dass Ryan Ramsay knapp neben das Tor schoss. Und dass ein Foul von Sven Felksi im folgenden Überzahlspiel ohne schwerwiegende Konsequenzen blieb, weil Andrew Hedlund anstelle des Tors nur Eisbären-Keeper Rob Zepp traf. Erst als Berlins Angreifer Steve Walker kurz vor der ersten Drittelpause auf die Strafbank verbannt worden war, wussten die Düsseldorfer ihre zahlreichen Chancen auch in Tore umzuwandeln: Ihr Mannschaftskapitän Daniel Kreutzer wuchtete eine Vorlage von Rob Collins unhaltbar ins Berliner Tor.

Die psychologische Aufbauhilfe aus Berlin verfehlte die Wirkung beim Gegner offenbar nicht. Nach einer souveränen 2:0-Führung hatten sie Düsseldorf beim ersten Spiel der Finalserie durch einige Nachlässigkeiten wieder zurück in die Partie verholfen. Und den vermeintlichen Außenseiter damit zu einem selbstbewussten Kontrahenten befördert. „Ich traue meiner Truppe nun alles zu“, sagte Kreutzer vor der zweiten Begegnung. Wie gut der „Aufbau West“ von Seiten der Eisbären tatsächlich funktioniert hatte, ließ sich gestern besonders treffend am Gesicht von Don Jackson lesen. Die anfängliche Skepsis im Blick des Eisbären-Trainers wich nach und nach auch einer gehörigen Portion Zorn – nicht mehr nur wegen der Stärke der DEG, sondern vor allem aufgrund der vielen ungenutzten Chancen seiner Mannschaft. Immer wieder wurde der Berliner Coach den 11.254 Zuschauern im Düsseldorfer Dome so in Nahaufnahme auf dem Videowürfel präsentiert.

Nur für einen Augenblick dürfen die Eisbären hoffen

 

Für einen winzigen Augenblick nur kehrte die Zuversicht in Jacksons Mimik zurück – in der 32. Minute war das, als Denis Pederson mit einem harten Schuss das 1:1 erzielte. Nicht mal eine Minute später zeigte auch Düsseldorfs Evan Kaufmann, dass er Zielgenauigkeit und Schusskraft zu verbinden weiß: Er platzierte den Puck im rechten Eck des Berliner Tors - die erneute Führung. Die Betriebsamkeit hinter Bande illustrierte pure Verzweiflung bei den Eisbären. Denn sie machten mittlerweile das Spiel, die DEG aber schoss die Tore. Zu häufig scheiterten sie an dem laut Jackson „herausragenden“  Jamie Storr im Tor der DEG. 23 zu vier Torschüsse im Mittelabschnitt dokumentierten die Überlegenheit der Berliner – aber auch das Defizit in punkto Effizienz.

 

Dass der Gegner darüber hinaus seine Defensivarbeit verstand, minderte die Aufregung auf der Spielerbank der Gäste nicht unbedingt. Immer wieder beanspruchte Jackson unter Zuhilfenahme seines Notizzettels nun den Rat seines Kotrainers Jeff Tomlinson. Die Wirkung blieb jedoch begrenzt. Denn obwohl es sich die Berliner im Schlussdrittel quasi als Stammgäste in der Düsseldorfer Zone gemütlich machten, schafften sie es nicht, den Puck hinter die Torlinie zu befördern. Angreifer Florian Busch oder Verteidiger Deron Quint scheiterten selbst aus kürzester Distanz. „Es ist schade, dass wir unsere Chancen schlicht nicht verwertet haben“, sagte Stürmer Alexander Weiß. „Aber über 60 Minuten waren wir das bessere Team.“

 

Die Eisbären scheitern immer wieder vor dem Düsseldorfer Tor

Die Eisbären rieben sich buchstäblich vor dem Tor der DEG auf. So sehr, dass das Düsseldorfer Publikum seinerseits nahezu jeden Befreiungsschlag mit tosendem Applaus begleitete. Und danach hatte die Mehrheit der Zuschauer sogar noch einen größeren Grund zum Jubeln: Einen ihrer flinken Konter schloss Düsseldorfs Collins erfolgreich zum 3:1 ab. Die Bemühungen der Berliner waren vergebens. Trotzdem kann Stürmer Sven Felski der Niederlage sogar Positives abgewinnen: „Wenn wir am Montag so spielen wie Samstag in den letzten beiden Dritteln, dann werden wir gewinnen.“

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