Play-off-Finale gegen VfB Friedrichshafen : BR Volleys: Die Achse der Guten

Die BR Volleys setzen im ersten Spiel der Play-off-Finalserie am Sonntag gegen Friedrichshafen auch auf ihre vier Spieler aus Australien und Kanada.

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Die zwei Australier Luke Perry und Paul Carroll sowie die beiden Kanadier Steven Marshall und Graham Vigrass (von links) gehören in dieser Saison zu den Stützen der BR Volleys.
Die zwei Australier Luke Perry und Paul Carroll sowie die beiden Kanadier Steven Marshall und Graham Vigrass (von links) gehören...Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Für Graham Vigrass ist die besondere Verbindung klar. „Wir kommen eben alle aus dem Commonwealth“, sagt der Mittelblocker der BR Volleys und lacht. Das Commonwealth, also die Staatenverbindung aus Großbritannien und vieler ehemaliger Kolonien, stellt in dieser Saison vier Stützen der Volleys. Eigentlich ist es sogar nur eine Zwei-Länder-Achse: Kanada und Australien.

Vigrass und Nationalmannschaftskollege Steven Marshall sind Kanadier, Paul Carroll und Libero Luke Perry sind australische Nationalspieler. Diese vier haben einen großen Anteil daran, dass die Berliner bislang eine erfolgreiche Saison spielen und das Final Four der Champions League sowie das Play-off-Finale um die deutsche Meisterschaft erreicht haben. „Wir sind vier wichtige Bestandteile dieser Mannschaft“, sagt Diagonalangreifer Carroll. „Und wir haben ihr schon einige Male geholfen.“

Am vergangenen Donnerstag beim Sieg im entscheidenden Halbfinalspiel gegen die United Volleys Rhein-Main waren es von diesem Quartett vor allem Vigrass, Perry und Marshall. Carroll spielte zuletzt in der Champions League überragend. Auch an diesem Sonntag sollen die vier wieder ihren wichtigen Beitrag leisten, wenn die Volleys auswärts beim VfB Friedrichshafen das erste Spiel der Play-off-Finalserie Best of three bestreiten (14.30 Uhr/live auf sportdeutschland.tv).

Manager Niroomand setzt auf einen guten Mix im Kader

„Ich mag die Sportlertypen aus der angelsächsischen Kultur“, sagt Manager Kaweh Niroomand. „Sie spielen immer mit viel Leidenschaft und viel Herz.“ Diese Eigenschaften heben auch die Athleten selbst hervor. „Wir Kanadier geben niemals auf“, sagt Außenangreifer Marshall. Und Carroll betont: „Wir Australier sind extrem ehrgeizig. Wir wollen immer die wichtigen Bällen in den wichtigen Spielen. Auch darum sind wir in dieser Saison schon so oft nach Rückständen noch zurückgekommen.“

Niroomand ist mit den Leistungen der zwei Kanadier und zwei Australier jedenfalls überaus zufrieden. „Vigrass hilft uns mit seiner Konstanz und Erfahrung enorm, Perry übernimmt unheimlich viel Verantwortung, Paul ist sowieso eines der Gesichter unserer Mannschaft“, sagt der 64-Jährige. „Und Marshall hat noch so viel Potenzial. Er konnte nur wegen seiner zwei Verletzungen noch nicht alles abrufen.“ Für Niroomand steht deshalb fest: „Wir werden das Quartett auch in der nächsten Saison in Berlin halten.“

Zunächst geht es aber darum, diese Saison noch so erfolgreich wie möglich abzuschließen. In die Finalserie, die die Volleys nun zum siebten Mal nacheinander erreicht haben, gehen die Volleys allerdings mit einem psychologischen Handicap. Alle vier bisherigen Partien gegen Friedrichshafen in dieser Spielzeit haben die Berliner verloren: im Supercup, im Pokalfinale und zweimal in der Liga. „Wir müssen diese Niederlagen vergessen“, sagt Marshall. All die Pleiten nerven Carroll ebenfalls. „In Australien sagt man in dieser Situation: Wir haben einen Affen auf unserem Rücken. Und den müssen wir jetzt unbedingt abschütteln“, betont der 30-Jährige. „Alle im Team sind besonders motiviert.“

Niroomand setzt daher nicht nur auf die Kanada-Australien-Achse, sondern auf einen guten Mix im Kader. „Gemischt mit den Stärken der deutschen Spieler und dem Killerinstinkt der Spieler aus Serbien und Kroatien passt das sehr gut“, sagt er. „Vor allem ist die Mannschaft aber zu einer geschlossenen Einheit zusammengewachsen.“ Diesen Aspekt hebt auch Marshall hervor: „Wir sind zwölf Spieler, die sich immer reinhauen.“ Und Vigrass sagt vor dem Finalauftakt mit typischem Commonwealth-Selbstbewusstsein: „Ich habe ein richtig gutes Gefühl.“

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