Play-off-Finale : Vorteil Eisbären

Eine Analyse der Finalgegner zeigt: Die Eisbären sind gegen die Düsseldorfer EG favorisiert und müssten den Meistertitel in der Deutschen Eishockey-Liga verteidigen. Tagesspiegel.de hat beide Teams verglichen.

Claus Vetter,Katrin Schulze
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Auf Wiedersehen. Eisbären - DEG, das gab es letzte Saison im Halbfinale.Foto: dpa

Die Torhüter

Rob Zepp hat in der Halbfinalserie gegen Adler Mannheim in drei Spielen eine gute Leistung gezeigt, blieb zwei Mal sogar ohne Gegentreffer. Allein bei der einzigen Niederlage gegen Mannheim hat der Kanadier mit deutschem Ausweis ein wenig geflattert. Resultat war eine deftige1:6-Klatsche, die Zepp zumindest mit dem ersten Gegentreffer eingeleitet hatte. Insgesamt hat er aber ein gutes Stellungsspiel und arbeitet außerhalb des Tores recht umsichtig – auch wenn mancher seiner Pässe schon ein wenig abenteuerlich ist. Er ist aber unbestritten einer der besten Torhüter der Liga. Bei seinem Düsseldorfer Kollegen verhält sich das anders. Jamie Storr zeigte sich in der bisherigen Endrunde schwankend: mal war Rückhalt seines Teams, wie zum Beispiel im entscheidenden Halbfinalspiel gegen Hannover, dann wieder ließ er die Pucks zu leichtfertig in sein Tor rutschen. Zudem hat in der Liga oft mit seinen Künsten außerhalb der Eisfläche geglänzt und emsig über die Gegner gelästert. Über seine wackligen Auftritte auf dem Eis sagte der Kanadier: „Wenn ich fehlerfrei wäre, dann würde ich nicht in der Deutschen Eishockey Liga, sondern weiter in der NHL spielen." In der nordamerikanischen Profilga kam Storr immerhin schon 219 Mal zum Einsatz - Zepp übrigens noch gar nicht. Trotzdem ist der Berliner der bessere Torhüter.
Zwischenstand 1:0.

Die Verteidiger
Auf dieser Position ist die Aufteilung zwischen offensiv- und defensiv ausgerichtetem Personal ein wenig in Schieflage. Klassisch defensiv agieren wohl aufseiten der Eisbären vor allem Frank Hördler und Jens Baxmann, die nordamerikanische Verteidigerfraktion hat ihre großen Auftritte an der gegnerischen blauen Linie – kann aber trotzdem auch in gefährlichen Situationen klären. Bestes Beispiel: Richie Regehr. Er präsentierte sich zuletzt mit einer Glanz-Rettungstat im dritten Spiel. Auch die DEG ist beim Defensivpersonal prominent besetzt. Peter Ratchuk, Evan Kaufmann, Andrew Hedlund, und so weiter –nicht die allesamt gute Namen im Eishockey. Trotzdem, insgesamt haben die Düsseldorfer qualitative Breite der Berliner.
Zwischenstand 2:0.

Die Stürmer
 Die Eisbären sind im Angriff auf hohem Niveau ausgeglichen besetzt. Jeder Stürmer, ob aus Reihe eins oder Reihe vier ist für ein Tor gut. Den Stürmer, den der Gegner mal schnell auf den Handschuh klopfen muss, um sich einen Vorteil zu verschaffen, gibt es nicht. Damit sind die Berliner unberechenbarer als die Düsseldorfer. Sie haben in den Play-offs zuletzt vor allem von Adam Courchaine gelebt, der die Kollegen schon ganze neun Mal jubeln ließ. Dazu kommt der technisch versierte Brand Reid - immer schön anzuschauen, welchen eleganten Haken der Kanadier auf das Eis legt. Erfolgreich war er dabei auch in den Play-offs, wo er mit 19 Scorerpunkte erfolgreichster Profi in dieser Kategorie ist. Für die Abteilung Kampf gibt es noch Kapitän Daniel Kreutzer. Der Ur-Düsseldorfer ist sozusagen der rheinische Gegenentwurf zum Ur-Berliner Sven Felski, der allerdings insgesamt in der quantitativ besseren Mannschaft spielt. Die Düsseldorfer agieren nämlich im Regelfall nur mit zweieinhalb, maximal Sturmreihen. Daher:
Endstand: 3:0 für die Eisbären.

Doch es gibt einen Punkt, in denen die Düsseldorfer ihrem Berliner Kontrahenten gefährlich werden könnten: Im Überzahlspiel sind sie dem Deutschen Meister leicht überlegen.

Die Trainer
Auch hier sind die Eisbären nicht so klar im Vorteil. Don Jackson hat die Eisbären vergangene Saison zur Deutschen Meisterschaft geführt. Harold Kreis dagegen ist in der Schweiz schon mit dem HC Lugano Meister geworden. Der ehemalige Nationalspieler gilt als guter Motivator, hat damals in der Schweiz in einer Best-of-seven-Serie einen 0:3-Rückstand mit seinem Team aufgeholt, und nun im DEL-Halbfinale mit der DEG gegen die Hannover Scorpions nach einem 1:2- Rückstand noch 3:2 gewonnen. Unentschieden – und außerhalb der Wertung, da es schon 3:0 steht.

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