Play-offs : Alba Berlin: Erst Ringe, dann Körbe

Julius Jenkins wirft die Basketballer von Alba Berlin beim 77:67 über Paderborn zum zweiten Play-off-Sieg.

Lars Spannagel

Alba Berlins Basketballer haben zum ersten Mal in dieser Saison ihr wahres Play-off-Gesicht gezeigt. Im dritten Spiel der Viertelfinalserie gegen die Paderborn Baskets begeisterten die Berliner ihre Fans zumindest phasenweise. Im zweiten und dritten Viertel ließen die Alba-Spieler den Ball laufen, arbeiteten in der Verteidigung füreinander und feuerten sich nach jedem erfolgreichen Wurf an. Am Ende gewann Alba 77:67 (38:29) und liegt damit in der „Best of 5“-Serie 2:1 in Führung. Am Dienstag kann der Deutsche Meister mit einem Sieg in Paderborn ins Halbfinale einziehen. Gegner wären dann die Baskets Bonn, die ihre Serie gegen Ulm gestern durch einen 82:68-Sieg mit 3:0 gewannen.

Vor Spielbeginn stattete der Geschäftsführer der Basketball-Bundesliga, Jan Pommer, die Berliner Immanuel McElroy und Julius Jenkins für ihre Titel als bester Defensiv- beziehungsweise Offensivspieler der Saison mit klobigen Ringen aus. Jenkins vertrat anschließend den an der Bauchmuskulatur verletzten McElroy erneut in der Alba-Startformation. Anders als bei der 68:71-Niederlage am Donnerstag begann Alba ohne unnötige Ballverluste. Zunächst entwickelte sich ein typisches Play-off-Spiel zweier Teams, die sich mittlerweile in- und auswendig kennen. Bis zum 24:25 Mitte des zweiten Viertels konnte sich kein Team absetzen.

Doch Alba schloss die erste Hälfte mit einem Endspurt ab, Trainer Luka Pavicevic schien die Zonenverteidigung der Baskets in den vergangenen Tagen genau analysiert zu haben. Angriff auf Angriff sezierten die Berliner die Defensive der Gäste mit klugen Pässen. Nachdem sich Chris Ensminger, der Lieblingsfeind der Berliner Fans, in von 13 Sekunden zwei Fouls eingehandelt hatte, stieg die Stimmung der 12 467 Zuschauer in der Arena am Ostbahnhof. „Ensminger raus!“, skandierte der Fanblock inbrünstig. Alba ging mit einer 38:29-Führung in die Pause.

Völlig zufrieden schien Pavicevic mit der ersten Hälfte aber doch nicht gewesen zu sein: Mit Rashad Wright, Dragan Dojcin, Blagota Sekulic und McElroy standen zu Beginn des dritten Viertels gleich vier Spieler auf dem Feld, welche die Partie nicht begonnen hatten. Jenkins übernahm wieder einmal die Verantwortung und erzielte sofort zwei Dreier in Folge. Mit am Ende 20 Punkten war er der beste Werfer des Abends.

Im Sog von Jenkins Treffsicherheit drehten auch seine Mitspieler auf. „Ich glaube, man hat gesehen, dass wir uns vorgenommen hatten, heiß aus der Kabine zu kommen“, sagte Albas Steffen Hamann. Die Berliner strahlten nun das Selbstbewusstsein des Titelverteidigers aus. „In der entscheidenden Phase hat uns Alba gezeigt, wie man mit Kopf und Intensität spielt“, sagte Paderborns Trainer Doug Spradley.

Beim Stand von 64:44 nach dem dritten Viertel musste Spradley lange nachdenken, ehe ihm etwas Erbauliches für das letzte Viertel einfiel. Dann aber kämpfte sich Paderborn heran. „Das zeichnet Paderborn aus“, sagte Hamann. „Das ist eine intakte Mannschaft.“ Erst als Paderborns Lavelle Felton eine Minute vor Schluss einen Dreipunktewurf vergab, der die Gäste auf vier Punkte herangebracht hätte, war alles entschieden.

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