Playoffs : Alba kassiert erste Niederlage

Alba Berlin hat in den Playoffs der Basketball-Bundesliga den vorzeitigen Halbfinal-Einzug verpasst. Die Berliner verlieren 86:99 – und müssen zum vierten Viertelfinalspiel nach Oldenburg.

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Immanuel McElroy setzt sich gegen Oldenburgs Abwehr durch.
Immanuel McElroy setzt sich gegen Oldenburgs Abwehr durch.Foto: dpa

Yassin Idbihi konnte es einfach nicht fassen. Auf der Suche nach Erklärungen, warum Alba Berlin die Vorentscheidung in der ersten Play-off-Runde verpasst hatte, deutete der Basketballer auf die Anzeigetafel. „99 Punkte“, sagte er und schüttelte den Kopf. „Wir haben keine Defensive gespielt und uns in der Offensive aus dem Rhythmus bringen lassen.“ Und so kam es, dass die Serie wieder offen ist: Alba führt nach einer peinlichen 86:99 (51:46)-Niederlage vor 10 733 Zuschauern gegen die Baskets Oldenburg nur noch mit 2:1 nach Siegen und muss hoffen, nun am Dienstag in Oldenburg den dritten Sieg und damit den Einzug ins Halbfinale perfekt zu machen. „Jetzt kann es noch einmal spannend werden, es liegt an uns, das zu verhindern“, sagte Idbihi

Die 41 per Bus mitgereisten Fans aus Oldenburg wurden von Albas Fans unfreundlich empfangen. „Jetzt fliegt ihr raus“, sangen die Berliner, als Alba 7:2 führte. Obwohl es für Oldenburg um die letzte Chance ging, den vorzeitigen Urlaub zu vermeiden, zog Alba schnell davon, führte bald mit neun Punkten. Dann wollte Alba es zu elegant machen, Oldenburg kam zurück, reboundete nun besser. Vor allem Eddie Gill hielt die Baskets im Spiel, spielte die erste Halbzeit komplett durch, war nicht zu stoppen und wenn, dann nur durch Fouls. Der Spielmacher der Baskets erzielte 14 seiner insgesamt 27 Punkte im zweiten Viertel.

Beim Stand von 29:29 im zweiten Viertel verwechselten die Gäste wie im zweiten Spiel am Mittwoch wieder Aggressivität mit Brutalität, zahlreiche Fouls und Freiwürfe brachten Alba in Front. Die Berliner führte wieder mit neun Punkten, 45:36. Allein Julius Jenkins erzielte 13 seiner 19 Punkte im zweiten Viertel. Doch Alba agierte unkonzentriert, verwarf fünf freie Dreipunktewürfe in zwei Minuten. Zur Halbzeit stand es 51:46.

Alba kämpfte, beim Korbleger zum 61:56 flog Idbihi über die Bande und erhielt dafür Szenenapplaus. Doch kurz darauf verlor er leichtsinnig den Ball, nach einem 7:3-Lauf führte Oldenburg plötzlich 65:63. War diese Serie etwa doch noch nicht gelaufen?

Die Führung wechselte nun hin und her. Mit einer 70:67-Führung ging’s ins Schlussviertel, doch die ging schnell wieder verloren. Als Ricky Paulding den Ball zur Oldenburger 79:75-Führung in den Korb rammte, ging ein Schreckensschrei durch die Arena. Alba schien überfordert. Derrick Allen glich zwar zum 80:80 aus, doch nach einem Dreipunktewurf von Paulding und einem Ballverlust Taylors, den Mindaugas Lukauskis mit einem Dunk bestrafte, führten die Baskets zwei Minuten vor dem Ende 85:80. Verworfene wilde Dreier, dumme Ballverluste und anschließende Fouls an Oldenburgern führten dazu, dass Alba eine Minute vor Schluss gedemütigt mit 14 Punkten zurück lag, 80:94. Fehlte eigentlich nur noch, dass Oldenburg zu Idbihis Leid noch die 100 Punkte vollgemacht hätte..

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