Playoffs im Basketball : Alba Berlin verliert gegen Würzburg

Titelverteidiger Bamberg hat in den Basketball Playoffs am Mittwochabend bei den Telekom Baskets Bonn deutlich mit 67:53 gewonnen. Mitfavorit ALBA Berlin verlor beim Aufsteiger Würzburg mit 66:79. Am Samstag folgt dann das dritte Spiel.

Berlin gegen Würzburg. Am Samstag folgt das Entscheidungsspiel.
Berlin gegen Würzburg. Am Samstag folgt das Entscheidungsspiel.Foto: dpa

Die Hallenbeleuchtung gewährte Albas Profis ein wenig Aufschub, ehe das Unheil aus Sicht der Berliner Basketballer seinen Lauf nahm. Knapp zwei Minuten waren im Play-off-Spiel bei den Würzburg Baskets gespielt, als ein Teil der Lichter in der Würzburger Sporthalle ausgingen. Es dauerte mehrere Minuten, ehe die defekte Sicherung ausgetauscht war – und die Berliner einer schlimmen 66:79 (26:41)-Niederlage entgegen stolpern durften. „Würzburg hat heute den größeren Willen und die größere Leidenschaft gezeigt“, sagte Albas Trainer Gordon Herbert nach dem deutlichen Sieg der Franken, die in der „Best of five“-Viertelfinalserie zum 1:1 ausglichen. Das dritte Spiel findet am kommenden Sonnabend um 16 Uhr wieder in Berlin statt.

Knapp elf Jahre hatte das basketballverrückte Publikum in Würzburg auf ein Play-off-Heimspiel warten müssen, entsprechend motiviert feuerten die 3140 Zuschauer in der im 18. Saisonspiel zum 18. Mal ausverkauften Halle ihre Mannschaft an. Der Aufsteiger begann aggressiver und gedankenschneller als die Berliner, die ohnehin mit keinen guten Erinnerungen nach angereist waren. Beim ersten Auftritt in Würzburg hatte Alba im Januar beim 65:84 die höchste Saisonniederlage kassiert, Herbert hatte vor dem gestrigen Play-off-Duell rückblickend zugegeben: „Wir haben uns damals von der Kulisse einschüchtern lassen.“ Am Mittwochabend kam es ähnlich: Schnell lag Herberts Team 0:5 und 3:9 zurück. Die Berliner hatten große Schwierigkeiten, gegen den Druck der Gastgeber und die hitzige Atmosphäre in der Halle ein strukturiertes Angriffsspiel aufzuziehen. Anders als beim 75:67-Sieg in der ersten Play-off-Begegnung leistete sich Alba auch zu viele Ballverluste, am Ende kamen die Berliner auf 18 Turnover.

Albas Geschäftsführer Marco Baldi sah seine Mannschaft von den Schiedsrichtern mehrfach benachteiligt und regte sich am Spielfeldrand bereits im ersten Viertel so sehr auf, dass er kurz davor stand, von den Unparteiischen der Halle verwiesen zu werden. Doch auch Baldis Wutausbruch half nicht, die Berliner aufzuwecken. Nicht einmal die frühe Einwechslung des alten Kämpen Sven Schultze brachte mehr Intensität in die Verteidigung, weder aus dem Feld noch von der Freiwurflinie vermochten die Gäste verlässlich zu treffen. Allein Heiko Schaffartzik – am Ende mit 17 Zählern bester Alba-Werfer, kein anderer Berliner punktete zweistellig – stemmte sich im Angriff gegen die drohende Niederlage. Aber auch der 28-Jährige konnte nicht verhindern, dass der Rückstand seines Teams kurz nach der ersten Viertelpause erstmals auf mehr als zehn Punkte anwuchs und Alba mit einem deutlichen und von den Zuschauern frenetisch gefeierten 26:41-Rückstand in die Halbzeit ging.

Was immer sich Herbert und sein Team für die zweite Hälfte vorgenommen hatten: Es klappte nicht. Würzburg erzielte die ersten acht Punkte des dritten Viertels, die Führung der Gastgeber war kurz darauf sogar auf 25 Punkte angewachsen. Albas Antreiber Dashaun Wood fand weiterhin überhaupt nicht ins Spiel, der Berliner Kapitän traf nur einen seiner neun Wurfversuche aus dem Feld, vergab vier von sechs Freiwürfen und kam nur auf fünf Zähler. Wenn die Berliner doch einmal punkteten und es in der Halle etwas ruhiger wurde, trieb Aufbauspieler Ben Jacobson oder ein anderer Spieler aus dem hervorragend treffenden Würzburger Kollektiv das Publikum mit einem Dreipunktewurf zur Ekstase. Vor dem Schlussviertel lagen die Gastgeber mit 18 Zählern in Führung, das Spiel war spätestens jetzt entschieden. Alba konnte das Ergebnis zwar noch etwas freundlicher gestalten, die Zuschauer feierten da aber schon längst dem klaren Sieg ihres Teams entgegen. (Tsp)

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