Pleite der Glasgow Rangers : Eine Liga steigt mit ab

Nach dem Ausschluss des insolventen Rekordmeisters Glasgow Rangers bangt Schottlands Fußball um die Zukunft.

Es geht vorbei. Die Fans der Glasgow Rangers können nicht fassen, dass der Klub nach 140 Jahren insolvent ist.
Es geht vorbei. Die Fans der Glasgow Rangers können nicht fassen, dass der Klub nach 140 Jahren insolvent ist.Foto: dapd

Am Tag nach dem Ausschluss der Glasgow Rangers aus der Premier League (SPL) steht der gesamte schottische Profifußball vor einem Scherbenhaufen. „Es gibt nur eine vernünftige Lösung, nämlich die Rangers in der First Division“, sagte Stewart Regan, Chef des schottischen Fußballverbands. In einem dramatischen Appell sprach er sich dafür aus, den Rekordmeister in der Zweiten Liga spielen zu lassen. Doch diese Idee, mit der die lukrativen Derbys gegen den Stadtrivalen Celtic wahrscheinlich nur ein Jahr lang ausfallen würden, hat viele Gegner: Die Klubs der für die Division Eins bis Drei zuständigen SFL (entsprechend der zweiten bis vierten Liga) konnten sich zunächst nicht durchringen, den 140 Jahre alten Klub mit seinen 54 Meistertiteln gnadenhalber in der First Division aufzunehmen.

Und viele aufgebrachte Fans des Pleite-Klubs fordern in wütendem Trotz, in der vierthöchsten Klasse neu anzufangen. Das aber würde Verband und Klubs gemeinsam in die Krise stürzen, weil die Fernseh-Verträge für die Premier League ohne die emotionsgeladenen Glasgower Derbys in Gefahr wären. Neil Doncaster, Geschäftsführer der SPL, äußerte die Vermutung, die Rechteinhaber BSkyB und ESPN – sie zahlen 100 Millionen Euro für fünf Jahre – würden eventuell ein Jahr ohne Derbys überbrücken, ganz sicher aber nicht vier.

Am Mittwoch hatten die Klubs der Premier League mit – laut Mitteilung – „überwältigender Mehrheit“ den Antrag der nach einem Konkurs neu firmierten Rangers abgelehnt, wieder in die höchste Klasse aufgenommen zu werden. Der Klub hatte mit umgerechnet 32,7 Millionen Euro Steuerschulden und einer Gesamt-Schuldenlast von knapp 170 Millionen Euro den Weg in die geschützte Insolvenz antreten müssen. Ein Konsortium um den englischen Geschäftsmann Charles Green griff für nur knapp sieben Millionen Euro zu und erwarb die Besitztümer der Rangers, einschließlich des legendären Stadions am Ibrox Park.

Derzeit verfolgt Green eine Neugründung, einstweilen werden die Reste des Teams und der Gesellschaft hilfsweise „Newco Rangers“ genannt. Die aufgeheizte Stimmung im schottischen Fußball verdeutlichte Turnbull Hutton, Vorstand der Raith Rovers aus der First Division, beim Treffen der SFL-Klubs. „Unser Fußball ist korrupt“, sagte Hutton, man werde erpresst, die „neuen Rangers“ aufzunehmen. Die SFL vertagte sich auf den 12. Juli. dapd

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