Sport : Pleite in vier Minuten

Stuttgart kassiert beim 2:4 in Bern drei schnelle Tore, Leverkusen siegt in Trondheim 1:0 und ist weiter

Kopfball im Schneetreiben. Der Berner David Degen und Stuttgarts Mamadou Bah versuchen, den Überblick auf dem weißen Platz zu behalten. Foto: Reuters
Kopfball im Schneetreiben. Der Berner David Degen und Stuttgarts Mamadou Bah versuchen, den Überblick auf dem weißen Platz zu...Foto: REUTERS

Bern/Trondheim - Nun hat es den VfB Stuttgart auch in der Europa League erwischt. Im Schneetreiben von Bern gab der Tabellen-Vorletzte der Bundesliga binnen vier Minuten eine 2:1-Führung aus der Hand und kassierte beim 2:4 (0:1) bei den Young Boys Bern seine erste Niederlage im fünften Spiel der Gruppe H. David Degen, Scott Sutter und zweimal Emmanuel Mayuka trafen bei nahezu irregulären Bedingungen für den Schweizer Vizemeister. Pawel Pogrebnjak und Sven Schipplock schossen zwischenzeitlich für den VfB die Tore. Bayer Leverkusen machte es besser, siegte bei Rosenborg Trondheim durch einen Treffer von Sidney Sam mit 1:0 (1:0) und qualifizierte sich ebenfalls als Gruppenerster für die nächste Runde.

„Wir haben genau vier Minuten geschlafen. Da haben wir ein Spiel aus der Hand gegeben, das wir nie hätten aus der Hand geben dürfen“, sagte Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic. „Die Jungs haben die Bedingungen angenommen, aber sie haben sich selbst um den Lohn gebracht.“ Starker und andauernder Schneefall in Bern sorgte zunächst für einen um 30 Minuten verspäteten Anpfiff und dann für einen rutschigen Untergrund vor 18 627 Zuschauern auf dem Kunstrasen des Stade de Suisse.

David Degens Führungstor in der ersten Halbzeit war nur die verdiente Folge des deutlich schnörkelloseren Berner Spiels. Degen traf auf seinen Zwillingsbruder Phillip auf VfB-Seite und war das auffälligere und am Ende auch glücklichere Familienmitglied. Die Stuttgarter steigerten sich noch in der zweiten Halbzeit, gingen durch Pogrebnjaks und Schipplocks Treffer in Führung, doch ab der 78. Minute brachten sie sich innerhalb von vier Minuten um ihren Lohn.

Vor dem Bundesligaspiel am Samstag gegen Hoffenheim schonte Trainer Jens Keller sieben Stammspieler. Die Qualifikation für die im Februar beginnende K.o.-Runde hatte der VfB schon vorher geschafft und angesichts des 3:0-Erfolgs im ersten Duell kann er von den Schweizern nicht mehr vom ersten Platz verdrängt werden. Und zu allem Überfluss wirkte sich das Schneechaos in Bern auch auf die Rückreise aus: Da der VfB sein Hotel schon verlassen hatte und der Flughafen geschlossen wurde, mussten sich die Stuttgarter nach dem Spiel mit dem Bus auf den Heimweg machen.

Cooler als die Stuttgarter spielte Bayer Leverkusen und machte ebenfalls den Einzug in die K.o.-Runde der Europa League perfekt. Vor nur 9000 Zuschauer erzielte Sidney Sam den Treffer des Tages für den bei minus 16 Grad mit einer B-Elf angetretenen Fußball-Bundesligisten. Weil Atletico zeitgleich gegen Saloniki 2:3 unterlag, ist den Leverkusenern auch der Gruppensieg nicht mehr zu nehmen.

Nach der Pause hatte Leverkusen Glück, denn die nun Druck machenden Trondheimer besaßen gute Chancen zum Ausgleich. In der 47. Minute musste Routinier Sami Hyypiä bei einem Kopfball von Trondheims Stürmer Steffen Iversen für den geschlagenen Ersatztorwart Fabian Giefer auf der Linie klären.

Leverkusens Stammtorhüter René Adler fehlte, weil er sich im Abschlusstraining einen Hexenschuss zugezogen hatte und noch vor der Partie zur Behandlung nach Deutschland zurückgeflogen war. Ob der Nationalkeeper am Sonntag im rheinischen Lokalderby gegen den 1. FC Köln schon wieder spielen kann, ist fraglich. Tsp/dpa

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