• Pleiten, Pech und schwere Verletzung: Diskuswerferinnen enttäuschen, Bubka scheitert, Aus für Damaske

Sport : Pleiten, Pech und schwere Verletzung: Diskuswerferinnen enttäuschen, Bubka scheitert, Aus für Damaske

Tanja Damaske erlebte statt der ersehnten Medaille einen neuen Albtraum: Nach dem zweiten Achillessehnenriss innerhalb von 13 Monaten droht der Speerwurf-Europameisterin vom OSC Berlin vielleicht sogar das Ende ihrer Karriere. "Wenn sie dieses Jahr Revue passieren lässt und dann aufhört, wird das keinen überraschen", meinte Wurf-Cheftrainer Karl-Heinz Leverköhne, der telefonisch vom neuerlichen Pech der 28-Jährigen informiert wurde. Tanja Damaske und ihr Coach Lutz Kühl waren gestern bereits auf dem Rückflug nach Berlin, wo die Athletin operiert wird.

"Sie hat sich ohne Speer eingelaufen, noch nicht mal belastet, doch plötzlich war es passiert", schilderte Kühl den Vorfall im Stadion in Runaway Bay, einer von zwei Übungsstätten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) im Trainingscamp an der Goldküste. Bekannt war, dass Damaskes linke Achillessehne noch nicht voll belastbar war. 1999 hatte sie beim Einwerfen bei der WM einen Riss der Sehne erlitten.

Verletzungsbedingt nicht mehr in Form gekommen ist Sergej Bubka. Der ukrainische Serienweltrekordler scheiterte im Stabhochsprung dreimal an der Anfangshöhe von 5,70 m. So ging seine Karriere mit einem "Salto Nullo" zu Ende. "Ich war wieder so voller Hoffnung", sagte der beste Stabhochspringer aller Zeiten. Bubka, 1988 in Seoul Olympiasieger, stürzte in Sydney ähnlich ab wie 1992, als er in Barcelona ebenfalls ohne Höhe blieb. "Olympia hat mich nie geliebt", sagte Bubka, der 1996 in Atlanta verletzt auf der Strecke geblieben war. Unsterblich machte sich "Air Bubka" vor allem mit sechs Weltmeister-Titeln in Serie von 1983 bis 1997 und 43 Wettkämpfen im Bereich über sechs Meter. "Einen wie ihn wird es wohl nicht wieder geben", sagte Tim Lobinger (Köln), der in der Qualifikation mit 5,65 m ebenso wie die Leverkusener Danny Ecker und Michael Stolle (je 5,70 m) jenes Finale erreichte, bei dem Bubka am Freitag den großen Schlusspunkt setzten wollte.

Eine andere Pleite erlebten die deutschen Diskuswerferinnen. Gepackt vom Frust, knallte Franka Dietzsch den Diskus im letzten Versuch gegen das Schutzgitter und schlich davon. Ilke Wyludda bedachte ihren letzten Versuch mit einem wehmütigen Blick - für Deutschlands erfolgverwöhntes Duo war die Scheibe in "down under" absolut kein Hit. "Alle haben von mir was erwartet, nur ich von mir selbst nicht. Ich kam her und wusste nicht, was ich drauf habe. Nie mehr Olympia, und ein Start bei der WM in Edmonton 2001 will wohl überlegt sein", sagte Dietzsch, die den Absturz nicht auf ihre Knieprobleme schieben wollte. Dagegen merkte die in Atlanta mit Gold dekorierte Wyludda an: "Warum soll ich als Siebte der Welt denn aufhören? Auch Olympia 2004 kann noch ein Ziel sein." Gold gewann die Weißrussin Ellina Zwerewa (68,40 m), Silber und Bronze blieben für die Griechin Anastasia Kelesidou (65,71 m) und Irina Jatschneko (Weißrussland/65,20). Silber und Bronze wäre also durchaus im Bereich des möglichen gewesen.

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