Sport : Plötzlich schnell auf dem Eis

Simon Schwarz ist die neue Nachwuchshoffnung

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Berlin - Lässig steigt Samuel Schwarz zum zweiten Mal an diesem Abend auf das Podest im Sportforum Hohenschönhausen. Dort laufen von gestern bis zum heutigen Samstag die Deutschen Meisterschaften im Eisschnelllauf, in den Disziplinen Mehrkampf und Sprint-Vierkampf. Bei den Zwischenehrungen nach dem ersten Tag des Sprint-Vierkampfs, bestehend aus je zwei 500- und 1000-m-Läufen, plaudert Schwarz auffallend locker mit seinen unmittelbaren Verfolgern und Konkurrenten.

Er kennt sie gut, denn es sind allesamt seine Trainingspartner. Das ist Teil des neuen Trainingskonzeptes der Deutschen Eisschnelllauf Gemeinschaft (DESG). Durch das neue Konzept trainiert die Herren-Nationalmannschaft komplett in Berlin. Schwarz ist die größte deutsche Nachwuchshoffnung im Eisschnelllauf der Herren nach seinem 9. und 10. Platz über 1000 m beim Weltcup im November in Heerenveen. Nun hofft der junge Berliner in seiner Heimatstadt auf einen Titel und präsentierte sich in guter Form. Nach dem ersten Tag führt er im Sprint-Vierkampf.

Als wichtigen Grund für seinen plötzlichen Erfolg nennt Schwarz Bart Schouten, den neuen Herren-Bundestrainer, der auch neue Heimtrainer des 23-Jährigen ist. Der Niederländer ist seit Beginn der Saison bei der Deutschen Eisschnelllauf Gemeinschaft (DESG) und wichtiger Bestandteil der Strukturreform, von der Schwarz in hohem Maße profitiert. „Ich kann bis zu zehn Mal in der Woche mit den besten Eisschnellläufern aus Deutschland trainieren. Bessere Trainingspartner gibt es nicht. Dadurch wird jedes Training zu einem kleinen Wettkampf“, sagt Schwarz. „Dazu bringt Schouten viel Erfahrung und neue Techniken aus Holland und Amerika mit und predigt unbedingten Siegeswillen.“

Während die deutschen Damen in den letzten Jahren auf vielen Strecken dominierten, waren die Herren schon mit Platzierungen unter den ersten Zehn hoch zufrieden. Der 39-jährige Schouten soll das ändern. Zur Entwicklung von Schwarz sagt er: „Samuel ist in letzter Zeit erwachsener geworden, härter zu sich selbst und vor allem mental stärker. Er kann noch weiter nach oben kommen als nur unter die ersten Zehn. Er ist ja noch jung, man muss ihm Zeit geben.“

Der Arbeitgeber des jungen Berliners ist die Bundeswehr, doch er steht vor allem auf dem Eis. Dazu studiert er Wirtschaftsingenieurwesen an der TU Berlin. „Das ist eher ein Hobby“, sagt der Hauptgefreite. „Aber damit kann man sich ablenken und das will sogar der Trainer.“ Der sieht heute noch Potential: „Die ersten zwei Rennen von Samuel waren nicht sehr gut“, sagt Bart Schouten. „Samuel hat viele kleine Fehler gemacht. Er kann noch deutlich schneller laufen. Den Titel im Sprint-Vierkampf müsste er locker nach Hause bringen.“

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