Pokal-Sensation : Aachen wirft die Bayern raus

Der FC Bayern München ist mit einer indiskutablen Leistung bei Alemannia Aachen aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Hannover 96 konnte sich gegen Duisburg durchsetzen, Wolfsburg bezwang Greuther Fürth und Offenbach gewann gegen Burghausen.

Aachen - Der Aachener Tivoli bleibt für den FC Bayern München im DFB-Pokal eine uneinnehmbare Festung. Der Titelverteidiger verlor im Achtelfinale bei "Pokal-Schreck" Alemannia Aachen mit 2:4 (0:3) und schied wie schon vor fast drei Jahren im Hexenkessel Tivoli frühzeitig aus dem Wettbewerb aus. Laurentiu Reghecampf (11./39.), Marius Ebbers (44.) und der von den Bayern umworbene Jan Schlaudraff (90.) sorgten mit ihren Treffern vor 20.800 Zuschauern für Karnevalsstimmung in Aachen und beendeten die Münchner Serie von zuletzt 14 Siegen in Folge im DFB-Pokal.

Für den in der ersten Hälfte völlig enttäuschenden Double-Gewinner verhinderten der eingewechselte Nationalspieler Lukas Podolski (46.) und Mark van Bommel (68.) ein Debakel. In der Schlussphase stemmte sich der zunächst wie entfesselt aufspielende Bundesliga-Aufsteiger mit großem kämpferischem Einsatz gegen den Sturmlauf der Bayern und kam kurz vor Schluss nach einem Konter sogar noch zum 4:2.

"Jetzt haben wir halt mal verloren"

"Jetzt haben wir halt mal verloren, ich finde das nicht so schlimm", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß mit versteinerter Miene. "Aber Aachen hat verdient gewonnen, wir haben nach dem 3:2 nicht konsequent weitergespielt." Nationalspieler Schlaudraff sprach von einem "Riesen-Spiel", der zweifache Torschütze Reghecampf sagte: "Es ist schön, dass wir dem Publikum noch eine Freude machen konnten."

In der hitzigen Atmosphäre am ausverkauften Tivoli entwickelte sich von Beginn an der erhoffte hochklassige Pokal-Fight - vor allem dank des Bundesliga-Aufsteigers. Bereits fünf Minuten vor der Halbzeit fingen die Alemannia-Fans an, vom Finale zu träumen und stimmten den Schlager "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin" an. Die letzte Pokal-Niederlage der Bayern datierte bislang vom 4. Februar 2004 - damals scheiterte der Rekord-Gewinner beim damaligen Zweitligisten Aachen im Viertelfinale.

Kahn räumte freiwillig

Die Gäste setzten zwar durch einen Schuss von Nationalspieler Bastian Schweinsteiger (5.) das erste Ausrufezeichen und begannen engagiert und konzentriert, doch bereits nach zehn Minuten wurde der Favorit eiskalt erwischt. Dem herrlichen Freistoß von Reghecampf in das rechte obere Toreck konnte Bayern-Keeper Michael Rensing nur hinterherschauen. Beim zweiten Gegentreffer erneut durch den Rumänen machte der designierte Nachfolger von Stammtorhüter Oliver Kahn, der den Platz zwischen den Pfosten freiwillig geräumt hatte, jedoch keine allzu gute Figur. Zu diesem Zeitpunkt präsentierte sich der 13-malige Pokalsieger aus München völlig von der Rolle und fand überhaupt nicht mehr ins Spiel. Hasan Salihamidzic (33.) und Claudio Pizarro (40.) hatten zwar noch gute Möglichkeiten, scheiterten aber knapp. Nachdem Ebbers sogar das 3:0 gelang, wurden die Gäste mit dem Gesang "Und ihr wollt deutscher Meister sein" in die Kabine verabschiedet.

Mit der Hereinnahme von Nationalstürmer Lukas Podolski als drittem Angreifer neben Pizarro und dem völlig enttäuschenden Roy Makaay versuchte Bayern-Trainer Felix Magath, die Wende zu erzwingen. Und wie bereits beim Erstrunden-Sieg der Bayern beim Regionalligisten FC St. Pauli traf Podolski unmittelbar nach seiner Einwechslung. Magaths Kabinenpredigt zeigte Wirkung, der deutsche Meister bestimmte nach dem Wechsel das Geschehen. Nach dem 2:3 schien der Ausgleich nur eine Frage der Zeit, doch Schlaudraff setzte den umjubelten Schlusspunkt. (tso/AFP)

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