Sport : Polen ist verloren

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Joenju (dpa). Pünktlich zum Nationalfeiertag lieferte Portugals Nationalmannschaft ihren Landsleuten einen zweiten Grund zum Jubeln. Die Portugiesen feierten mit einem 4:0 über Polen ihre Rückkehr in den Kreis jener Mannschaften, die noch ins WM-Achtelfinale aufsteigen können. Pauleta schoss mit drei Toren den Gegner fast allein aus dem Turnier, denn Polen schied nun nach dem zweiten Vorrundenspiel definitiv aus. „Meine Spieler haben alles für die Ehre unseres Landes gegeben“, sagte Trainer Antonio Luis Oliviera. „Wir waren zu schwach für diese Gruppe“, stellte Polens Trainer Jerzy Engel fest.

Vor dem Spiel hatten die polnischen Spieler „noch ist Polen nicht verloren“ gesungen. Aber der Text der polnischen Nationalhymne bewahrheitete sich nicht. Im Gegenteil, die Polen wurden von dem spielerisch überlegenen Portugiesen in der zweiten Halbzeit gnadenlos ausgekontert. „Hätten wir das 1:1 gemacht, wäre es anders gelaufen“, sagte Engel. Vor allem der überragende Pauleta entwischte den Polen immer wieder. Schon in der ersten Halbzeit brachte der Stürmer von Girondins Bordeaux die Portugiesen in Führung. Später entschied Frankreichs Torschützenkönig mit seinem zweiten und dritten Tor die Partie. Für Trainer Oliviera war das 3:0 die Erlösung. Mit Krücken in der Hand humpelte er jubelnd auf den Platz. Im Teamhotel war er wenige Stunden vor dem Spiel die Treppe hinuntergefallen und hatte sich den linken Knöchel verletzt.

Seine Mannschaft aber stolperte nicht mehr. „Heute haben wir das richtige Portugal gesehen“, sagte Jorge Costa. Der eingewechselte Spielmacher Rui Costa stellte den Endstand her. Neben seinen Torschützen lobte Oliviera vor allem „den neuen großartigen Teamgeist, der ausschlaggebend war.“ Vom Glanz Pauletas fiel ein wenig auch auf Luis Figo ab. Beim sensationellen 2:3 gegen die USA spielte der Star von Real Madrid wie ein Schatten seiner selbst. In der Not aber meldete sich der Kopf der Mannschaft zurück. In der 66. Minute scheiterte Figo mit einem strammen Schuss nur am Pfosten. „Der Sieg macht Mut. Wir werden immer besser“, erklärt Figo. Die Angst vor dem WM-Aus sei dank neuen Teamgeists verschwunden, glaubt Kapitän Fernando Couto.

Die Polen aber verabschiedeten sich mit hängenden Köpfen. 16 Jahre lang hatten sie auf die WM warten müssen, doch auch im zweiten Spiel schossen sie kein Tor. Einzig Polens Abwehrspieler Marcin Zewlakow konnte einen kleinen persönlichen Erfolg verbuchen. Er bekam das Trikot von Pauleta.

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