Sport : Polizei führt Beltran ab

Spanischer Liquigas-Profi positiv auf Epo getestet

Aurillac - Nach einer Woche trügerischer Ruhe hat das Dauer-Thema Doping die Tour de France wieder eingeholt. Der 37-jährige spanische Profi Manuel Beltran vom italienischen Liquigas-Team ist vor der ersten Etappe von Brest nach Plumelec in der Bretagne positiv auf das Blutdopingmittel Epo getestet worden. Das bestätigte am Freitag nach der in Aurillac zu Ende gegangenen 7. Etappe die französische Anti-Doping-Agentur AFLD.

Um 20.55 Uhr führten Polizeibeamte Beltran nach einer Durchsuchung seines Zimmers im Liquigas-Hotel in Le Rouget ab. Fast zeitgleich suspendierte der italienische Rennstall den Spanier. Die übrigen Fahrer des Teams dürfen weiter an der Tour teilnehmen, bestätigte der Veranstalter ASO. Zugleich muss das Team keine 100 000 Euro Strafe zahlen, weil Liquigas dem Reglement entsprechend Beltran nach der positiven A-Probe sofort suspendiert hatte. Auf Beltran könnten harte Strafen zukommen: Nach dem verschärften französischen Anti-Doping-Gesetz droht ihm sogar eine Haftstrafe, weil in Frankreich schon der Besitz von Doping-Präparaten strafbar ist.

Der Teamchef Beltrans, der früher mit dem inzwischen zurückgetretenen Jan Ullrich und dem siebenmaligen Toursieger Lance Armstrong zusammen bei Bianchi und US Postal gefahren war, wollte sich am Freitag zu dem Fall nicht äußern.

Zuvor hatte die AFLD bekannt gegeben, dass es bei Routine-Kontrollen vor dem Tour-Start bei „etwa 20 Radprofis Unregelmäßigkeiten“ gegeben hatte. „Etwa 20 Fahrer haben leicht erhöhte Ergebnisse, knapp am Grenzwert“, sagte Philippe Sagot von der Anti-Doping-Agentur. Bei einigen Fahrern sei teilweise der Hämatokritwert, der ein möglicher Indikator für Blutdoping ist, erhöht gewesen. Ob auch der Name des Bergspezialisten Beltran auf der Liste der 20 Fahrer auftaucht, ist nicht bekannt.

Unterdessen teilte der Internationale Sportgerichtshof Cas mit, dass der unter Doping-Verdacht stehende Tourfavorit Alejandro Valverde vorerst keine Sanktionen befürchten muss. Das Verfahren gegen den Spanier sei für eine Dauer „von maximal sechs Monaten“ unterbrochen worden.

Den Tagessieg auf der siebten Etappe feierte der Spanier Luis Leon Sanchez. Der Profi aus dem Caisse d'Epargne-Team siegte vor Stefan Schumacher (Team Gerolsteiner). dpa

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