Sport : Populäre Punkte

Benedikt Voigt

über die neue Chance für Trainer Giovanni Trapattoni So kennt man Giovanni Trapattoni in Deutschland: Als Kultfigur, die eine berühmte Wutrede in gebrochenem Deutsch gehalten hat, die ihm wiederum Werbeverträge mit einem Joghurthersteller und einer Bekleidungsfirma sowie die Sympathien eines ganzen Volkes eingebracht hat. Neun von zehn Deutschen dürften folgende Zitate beim Stichwort Trapattoni einfallen: „Flasche leer“, „was erlauben Struuunz“, „habe fertig“. Nur hartgesottene Fans des FC Bayern dürften sagen: „Meister 97, Pokalsieger 98“.

Genau so aber kennt der Rest der Welt den italienischen Fußballtrainer: Als Europapokalsieger der Landesmeister, Weltpokalsieger und siebenmaligen Meister in Italien. Insgesamt 19 Titel hat der freundliche Mann gesammelt, der in Italien wegen seiner blauen Augen und seiner ergebnisorientierten Fußball-Taktik nur „Il tedesco“ genannt wird, der Deutsche. Es wirkt wie eine Ironie des Lebens, dass ihn ausgerechnet dieses Land so gerne auf eine knapp fünfminütige Rede reduziert. Und darüber vergisst, dass er einer der erfolgreichsten Fußballtrainer der Welt ist.

Beim VfB Stuttgart hat Giovanni Trapattoni nun die Chance, sein Image in Deutschland zu korrigieren. Schwer genug ist die Aufgabe, die er sich aufgehalst hat. Es gilt in Stuttgart einen Niedergang zu verhindern, der sich nach dem Weggang der Leistungsträger Kevin Kuranyi, Philipp Lahm und womöglich auch Alexander Hleb andeutet. Er muss sich wieder messen lassen an Toren, Punkten und Tabellenplätzen. Und nicht an der Popularität seiner Sprüche.Seite 21

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