Sport : Potenzial zum Abstieg

Wolfsburg nähert sich dem Tabellenende, der Trainer wackelt

Dirk Böttcher

Rostock. Jürgen Röber stand eine Stunde nach Abpfiff im Kreise der Journalisten und wunderte sich darüber, dass er immer noch redete. „Das interessiert doch eh keinen von euch“, sagt der Trainer des VfL Wolfsburg. Tatsächlich interessierte nach der 1:3–Niederlage seines Klubs bei Hansa Rostock ein ganz anderes Thema: Jürgen Röber.

Der VfL Wolfsburg trudelt in Richtung Tabellenkeller, weshalb auch die Position des Trainers immer gefährdeter ist. Sieben Niederlagen in neun Spielen sind eine bedenkliche Bilanz. „Wir müssen jetzt höllisch aufpassen, dass wir die 40 Punkte bekommen“, sagte VfL-Geschäftsführer Peter Pander. Nicht, dass man am Ende im Abstiegsgetümmel landet. Das Potenzial dafür bewiesen die harmlosen Wolfsburger in Rostock allemal.

Weshalb der ehemalige Uefa-Cup-Aspirant sich auch mit dem Trainer beschäftigen muss. Wieder und wieder wurde Pander zur Personalie Röber angesprochen. Mit jeder Antwort rückte der Geschäftsführer einer Trainerdiskussion ein Stück näher. „Lange können wir uns solche Niederlagen nicht mehr leisten“, sagte er zunächst. „Wir werden jetzt darüber schlafen, alles analysieren und dann schauen, wo wir den Hebel ansetzen“, ergänzte er. Und schließlich: „Mich jetzt zum Trainer zu befragen, ist in dieser Situation etwas unglücklich.“

Röber hingegen sinnierte darüber, warum seine Spieler auf dem Platz nie das machen, was sie sollen. Zum Beispiel Rostocks besten Stürmer und in der Liga nicht unbekannten Martin Max in der 34. Minute nicht unbegleitet durch den Strafraum wandern lassen, sodass dieser Treffer Nummer 16 erzielen kann. „Ich gebe meinen Spielern doch schon fast Zettel mit auf den Platz, damit sie wissen, was sie tun müssen.“ Die katastrophalen Fehler passieren trotzdem, und Röber leidet. „Ich bin kein Typ, der verstehen kann, dass solche Fehler überhaupt möglich sind.“

Wenn selbst fähige Freunde des Balles wie D’Alessandro Pässe über drei Meter in das Seitenaus befördern, ist die Verunsicherung augenscheinlich. Pablo Thiam sagte: „Gegen eine Mannschaft wie Rostock müssen wir uns normalerweise keine Sorgen machen.“ Nach dem Spiel vom Samstag hat sich das umgekehrt. Sorgen muss man sich von nun an völlig zu Recht um den VfL aus Wolfsburg machen.

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