Sport : Potsdam spielt 1:1 in Woronesch

Helen Ruwald

Berlin - In einem Interview für die Vereinszeitung des FC Energy Woronesch war Bernd Schröder vor dem Viertelfinal-Hinspiel im Uefa-Cup gefragt worden, was er von Russland und seinen Menschen halte. Der Trainer des deutschen Frauenfußballmeisters Turbine Potsdam hatte höflich geantwortet, „dass es schade ist, dass es die engen Beziehungen aus DDR-Zeiten nicht mehr gibt" und hatte „unsere Nähe zur russischen Seele“ betont.

Doch den Einwohnern von Woronesch waren diese Sympathiebekundungen egal. Nur tausend Fans statt der von den Gastgebern angekündigten zehn- bis fünfzehntausend sahen gestern im Zentralstadion das 1:1 (0:0)-Unentschieden. „Die Russinnen sind auswärts drei Mal schwächer als zu Hause. Deshalb glaube ich jetzt ganz fest an unser Weiterkommen“, sagte Schröder. Das Rückspiel findet kommenden Sonntag im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion statt (14 Uhr).

Weil der Boden tief und schwer war, konnte Potsdam seine Vorteile im spielerischen Bereich nicht ausnutzen. Das erste Tor schoss eine Deutsche, die allerdings ein russisches Trikot trug: Die 17-jährige Sabrina Rastetter, die seit diesem Sommer Profi in Woronesch ist, brachte ihr Team nach 47 Minuten in Führung. Turbine kam danach zu einigen guten Torchancen, doch erst in der 85. Minute gelang Inken Becher der Ausgleich. „Das waren nur 40 Prozent von dem, was wir draufhaben“, kritisierte Schröder, der mit dem Ergebnis, nicht aber mit der Leistung zufrieden war.

Für die Potsdamerinnen, die von gut drei Dutzend Fans begleitet wurden, ist eine erfolgreiche Woche zu Ende gegangen. Dem Sieg im Bundesligaspitzenspiel gegen Duisburg folgte am Mittwoch das 12:2 im DFB-Pokal-Achtelfinale beim Zweitligisten Brauweiler und nun der Erfolg im Uefa-Cup, an dem der Verein das erste Mal teilnimmt.

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