Potsdamer Filz : Babelsbergs Absturz mit Ansage

Nach dem Meisterstück folgt der Absturz: Die Fußballer des SV Babelsberg werden in der nächsten Saison entweder in einer unteren Liga spielen – oder gar nicht mehr.

Michael Erbach

Der SV Babelsberg 03 aus Potsdam hat gerade sein Meisterstück vollbracht – den Klassenerhalt in der Dritten Liga. Die jüngste Mannschaft und die Mannschaft mit dem kleinsten Etat hatte schon mehrere Spieltage vor Saisonschluss den Verbleib in dieser Profiliga gesichert, mit ansprechenden Leistungen. Am letzten Wochenende gewann der Verein den brandenburgischen Landespokal und holte so 100 000 Euro für den Start im DFB-Pokal. Doch diese 100 000 Euro sind Peanuts im Vergleich zum siebenstelligen Loch im Etat. Die Babelsberger werden in der nächsten Saison entweder in einer unteren Liga spielen – oder gar nicht mehr.

Schon einmal, vor acht Jahren, waren die Babelsberger zahlungsunfähig und stiegen aus der Regionalliga ab. Der Grund war derselbe wie heute: Der Verein hatte sich finanziell übernommen, hinzu kam ein undurchsichtiges Geflecht von Sponsoren, deren Zahlungen und Leistungen niemand so recht kannte. Landesgesellschaften und städtische Unternehmen halfen dem Verein immer wieder auf die Sprünge – zuletzt waren es die Potsdamer Stadtwerke, deren mächtiger Chef Peter Paffhausen über eine Spitzelaffäre stürzte. Transparenz herrscht noch immer nicht. Doch jetzt, im Zuge der Affäre, wird Aufklärung verlangt. Genau dieser Potsdamer Filz von dubiosem Geld und gegenseitigen Abhängigkeiten, der den Verein wohl über seinen Verhältnissen spielen ließ, hat nun dafür gesorgt, dass Babelsberg vor dem möglichen sportlichen Aus steht – ein vorhersehbarer Absturz.

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