Sport : Powerfrau mit Grenzen

Eisschnellläuferin Niemann fünf Sekunden hinter Pechstein

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Erfurt (Tsp). Auch die Kraft einer Gunda NiemannStirnemann ist irgendwann erschöpft. Und im Moment ist sie früher erschöpft als zu den Zeiten, in denen die Erfurterin die Eisschnelllauf-Szene dominierte. Das war vor der Geburt ihres Kindes, jetzt hat die 37-Jährige noch nicht die Power für zwei Weltklasseleistungen innerhalb kurzer Zeit. Nach ihrem grandiosen Comeback über 5000 m schaffte es die Eisschnelllauf-Legende bei den deutschen Meisterschaften in Erfurt nicht, Claudia Pechstein über 3000 m zu bezwingen. Beim Abschluss der Titelkämpfe unterlag die 19-malige Weltmeisterin in der nach ihr benannten Erfurter Halle der viermaligen Berliner Olympiasiegerin über diese Strecke um 5,15 Sekunden. Gunda Niemann-Stirnemann lief 17 Monate nach der Geburt ihrer Tochter Victoria in 4:14,24 Minuten als Dritte aber noch eine eine beachtliche Zeit.

„Etwa fünf Sekunden hinter Claudia hatte ich mich auch eingeschätzt“, sagte die 37-Jährige. Die Berlinerin Pechstein verpasste als Siegerin in 4:09,09 nur knapp die Jahresweltbestzeit, die allerdings in der Höhenlage erzielt wurde. Deshalb ist ihre Leistung sehr hoch einzuschätzen. Sie zeigt schon früh in der Wintersaison, dass sie in einer ausgezeichneten Form ist.

Den Schlusstag von Erfurt prägte allerdings Anni Friesinger aus Inzell. Die Olympiasiegerin von 2002, die sich mit Pechstein in der vergangenen Saison ausdauernde verbale Duelle geliefert hatte, die von Medien als „Zickenstreit“ kommentiert worden waren, hatte über 1000 m in 1:16,60 Minuten eine Jahresweltbestzeit aufgestellt. „Ich habe eine Saison noch nie so stark begonnen, aber ich war erstmals auch in der Vorbereitung problemfrei“, sagte Friesinger, die sich am Freitag mit einer Gesamtzeit von 1:17,57 Minuten aus zwei Läufen den 500-m-Titel gesichert und am Samstag in der Jahresweltbestzeit von 1:57,73 über 1500 m gesiegt hatte. Das dritte Silber hinter ihr binnen drei Tagen holte die Erfurter Olympiazweite Sabine Völker in 1:17,35.

Anni Friesingers Bruder Jan verpasste nach seinem 1500-m-Sieg am Vortag das Double. In 1:11,80 Minuten unterlag er knapp seinem Inzeller Klubkameraden Dino Gillarduzzi.

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